Die Specific Kategorie für Drohnen: Überblick, Zugangswege und was du wissen musst

Dimitri
Von Dimitri - Plattform & Content Manager
19 Min. Lesezeit

Du hast einen Auftrag vor dir, aber irgendetwas passt nicht mehr in die Open-Kategorie: Die Drohne ist zu schwer, der geplante Abstand zu Personen zu gering, der Einsatz soll außerhalb der Sichtweite stattfinden, oder du willst eine Bestandsdrohne ohne C-Klasse nutzen, die in A3 nicht nah genug an das Objekt herankommt. Kurz: Es gibt einen konkreten technischen oder betrieblichen Grund, warum dieser Flug nicht ohne Betriebsgenehmigung stattfinden darf. Willkommen in der Specific Kategorie.

Für viele Drohnenpiloten ist das der Moment, an dem das Regelwerk plötzlich deutlich komplexer wird. Was in der Open-Kategorie mit einem Führerschein und einer Versicherung erledigt ist, erfordert hier eine formale Betriebsgenehmigung mit Unterlagen, Risikobewertung und Behördenprozess.

Dieser Ratgeber gibt dir einen vollständigen Überblick: Was die Specific Kategorie ist, wann du dort automatisch landest, welche vier Zugangswege es gibt und was du konkret brauchst, um legal und sicher loszulegen. Er richtet sich an Drohnenpiloten ab Fortgeschrittenenniveau, die gewerbliche oder komplexere Einsätze planen.

Das musst du wissen

  • Die Specific Kategorie gilt für alle Drohnenflüge, die die Grenzen der Open-Kategorie überschreiten
  • Es gibt vier Wege zur Betriebsgenehmigung: STS, PDRA, SORA und LUC, mit stark unterschiedlichem Aufwand und Flexibilität
  • Für die meisten professionellen Einsätze ist SORA der einzig gangbare Weg
  • Seit September 2025 gilt SORA 2.5 als neue Methodik. Bestehende Unterlagen müssen geprüft und ggf. angepasst werden
  • Auch Bestandsdrohnen ohne C-Klassifizierung können über die Specific Kategorie weiterhin legal eingesetzt werden

Was ist die Specific Kategorie?

Die EU-Drohnenverordnung (Durchführungsverordnung (EU) 2019/947) teilt den Drohnenbetrieb in drei Kategorien ein: Open, Specific und Certified. Die Einteilung folgt dem Risikoprinzip: Je mehr Risiko ein Einsatz für unbeteiligte Personen, Luftverkehr oder Umwelt mit sich bringt, desto höher die Kategorie und desto strenger die Anforderungen.

Die Specific Kategorie liegt zwischen der unkomplizierten Open-Kategorie und der zulassungspflichtigen Certified-Kategorie:

  • Open-Kategorie: Risikoarme Flüge, keine Betriebsgenehmigung erforderlich, klare technische Grenzen (Gewicht, Distanz, Fluggebiet)
  • Specific-Kategorie: Mittleres Risikoprofil, individuelle Betriebsgenehmigung oder Standardszenario erforderlich, deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten
  • Certified-Kategorie: Hochrisikobetrieb, etwa Drohnen mit einer charakteristischen Abmessung von mehr als 3 Metern über Menschenansammlungen, der Transport von Personen oder gefährlichem Gut. Für die meisten Piloten nicht relevant.

Die Specific Kategorie wurde geschaffen, um den Bereich zwischen Hobbyflug und Hochrisikobetrieb rechtssicher abzubilden. Sie deckt genau die Einsätze ab, die im echten Drohnenalltag häufig vorkommen: komplexere Gewerbeeinsätze, schwierige Flugumgebungen, unkonventionelle Drohnen oder Bestandsgeräte ohne C-Klasse.

Eine ausführliche Übersicht zur gesamten EU-Drohnenverordnung und zum Drei-Kategorien-System findest du in unserem Ratgeber zur EU-Drohnenverordnung.

Wann fliege ich in der Specific Kategorie?

Du befindest dich automatisch in der Specific Kategorie, sobald dein geplanter Einsatz auch nur eine der Voraussetzungen der Open-Kategorie nicht erfüllt. Das passiert häufiger, als viele denken.

Typische Auslöser:

  • Drohnengewicht: Dein Gerät überschreitet 25 kg, oder du fliegst mit einer Drohne ohne C0–C4-Klassifizierung mit mehr als 250 g näher an Personen oder bewohnten Gebieten als erlaubt
  • Bestandsdrohnen: Drohnen, die vor dem 1. Januar 2024 in Verkehr gebracht wurden und keine C-Klassifizierung tragen, dürfen in der Open-Kategorie nur noch in der Subkategorie A3 geflogen werden, mit einem Mindestabstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. Für alle anderen Einsätze braucht es eine Betriebsgenehmigung in der Specific Kategorie.
  • Fluggebiet: Du fliegst über oder in der Nähe von kontrollierten Lufträumen, Menschenansammlungen oder Industrieanlagen auf eine Art, die die Open-Kategorie ausschließt
  • Flugmuster: Du planst Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS, Beyond Visual Line of Sight) oder in Höhen über 120 Metern
  • Nutzlast oder Spezialgerät: Deine Drohne ist mit Sonderausrüstung bestückt (etwa Sprühsysteme oder Wärmebildkameras in Kombination mit bestimmten Flugprofilen) oder überschreitet die technischen Grenzen der Open-Kategorie

📌 Beispiel: Ein Pilot fliegt mit einer DJI Mavic 3 Enterprise (Baujahr 2022, keine C-Klasse) für eine Fassadeninspektion in einem Wohngebiet. In der Open-Kategorie A3 müsste er 150 Meter Abstand zu Wohngebäuden einhalten, was den Auftrag unmöglich macht. Mit einer SORA-Betriebsgenehmigung in der Specific Kategorie kann er die Inspektion legal und nah am Gebäude durchführen.

Ob dein konkreter Einsatz eine Betriebsgenehmigung erfordert und welche vier Voraussetzungen dafür relevant sind, erläutert unser Artikel Wann brauche ich eine Betriebsgenehmigung für meine Drohne? im Detail.

Die vier Wege zur Betriebsgenehmigung

Es gibt vier Wege zur Betriebsgenehmigung in der Specific Kategorie, mit stark unterschiedlichem Aufwand, unterschiedlichen Drohnenanforderungen und unterschiedlicher Flexibilität. Hier ein Überblick, was jeder Weg bedeutet und für wen er in Frage kommt.

Standardszenarien (STS)

Theoretisch der einfachste Weg: Der Betreiber gibt eine Erklärung ab, dass er alle Bedingungen eines vordefinierten Szenarios einhält. Eine Behördenprüfung des Betriebshandbuchs entfällt, der Betrieb kann unmittelbar starten.

Der entscheidende Haken: STS erfordert eine C5-Drohne (STS-01) bzw. C6-Drohne (STS-02), und Drohnen dieser Klassifizierungen sind auf dem Markt aktuell kaum verfügbar. Außerdem sind nur zwei sehr eng definierte Szenarien möglich, und neue STS-Szenarien sind aufgrund eines gesetzgeberischen Fehlers in der EU-Durchführungsverordnung nicht zu erwarten.

Das STS-Theoriezertifikat hat dennoch Relevanz: Es wird von Behörden häufig als Qualifikationsnachweis für SORA-Einsätze bis SAIL III akzeptiert, schließt die A2-Theorievoraussetzungen ein und ist 5 Jahre gültig. Für STS ist zusätzlich zur Theorieprüfung eine praktische Ausbildung und Prüfung bei einer akkreditierten Stelle (PStF) zwingend erforderlich. Das Mindestalter für die Zulassung zur STS-Prüfung beträgt 16 Jahre.

⚠️ Fehler vermeiden: Viele Piloten absolvieren das STS-Theoriezertifikat und gehen davon aus, damit in der Specific Kategorie fliegen zu können. Das Zertifikat ist jedoch nur die persönliche Qualifikation. Ohne passende C5/C6-Drohne und ohne eingereichte Betriebserklärung ist kein STS-Betrieb möglich. Für die meisten Einsätze führt der Weg über SORA.

Vordefinierte Risikobewertung (PDRA)

PDRAs (Pre-Defined Risk Assessments) decken häufig vorkommende Einsatztypen mit einer vordefinierten Risikoanalyse ab. Im Unterschied zu STS können PDRAs mit allen Drohnen geflogen werden, unabhängig von der C-Klasse. Das macht sie zur praktikablen Alternative für Piloten mit Bestandsgeräten.

Allerdings ist eine echte Betriebsgenehmigung bei der zuständigen Behörde erforderlich, inklusive Betriebshandbuch. Und der entscheidende Nachteil: PDRAs decken nur sehr spezifische, vorab festgelegte Szenarien ab. Wer flexibel einsetzbar sein will, kommt an SORA kaum vorbei. In Deutschland gibt es zudem das nationale Szenario DE.STS.FARM für Agrar-Einsätze mit Drohnen bis 50 kg.

Individuelle Risikobewertung (SORA)

SORA (Specific Operations Risk Assessment) ist für die meisten professionellen Einsätze der einzig gangbare Weg, weil er keine Vorgaben zur Drohne oder zum Szenario macht. Stattdessen wird die eigene Mission strukturiert bewertet: Bodenrisiko, Luftrisiko, Sicherheitsniveau (SAIL) und Betriebssicherheitsziele (OSOs) werden individuell ermittelt und dokumentiert.

Der Aufwand ist höher als bei STS oder PDRA, dafür deckt eine genehmigte SORA-Betriebsgenehmigung genau den Betrieb ab, den du tatsächlich planst. Seit September 2025 gilt SORA 2.5 als verbindliche Methodik. Den vollständigen Einstieg bietet unser Grundlagenartikel Was ist SORA?

Eine besondere Variante ist die generische SORA: Sie beschreibt einen Betrieb so allgemein wie möglich, sodass eine einzige Betriebsgenehmigung viele verschiedene Einzeleinsätze abdeckt. Das lohnt sich vor allem für Piloten und Unternehmen mit wiederkehrenden, ähnlichen Missionen.

Ob SORA in deinem Fall überhaupt notwendig ist, klärst du am schnellsten mit dem Artikel Wann brauche ich einen SORA-Antrag?

💡 Tipp: Wer regelmäßig ähnliche Einsätze plant, sollte von Anfang an eine generische SORA in Betracht ziehen. Sie kostet einmalig mehr Aufwand, erspart aber für jeden Einzeleinsatz eine neue Antragstellung. Für Unternehmen mit mehreren Piloten und standardisierten Missionstypen rechnet sich das schon ab dem zweiten Einsatz.

Light UAS Operator Certificate (LUC)

Das LUC ist ein Betreiberzertifikat, das Unternehmen erlaubt, eigene Einsätze selbst zu genehmigen, ohne jeden Antrag einzeln bei der Behörde einzureichen. Voraussetzung ist ein genehmigtes Safety Management System mit nachgewiesenen Prozessen und regelmäßigen internen Audits.

In der Praxis ist das LUC ausschließlich für größere Organisationen mit sehr hohem Einsatzvolumen wirtschaftlich sinnvoll. Für einzelne Piloten und kleinere Betriebe ist es unverhältnismäßig aufwändig.

Die vier Wege im Überblick

VerfahrenDrohneGenehmigungsprozessFlexibilitätAufwand
STSC5 (STS-01) / C6 (STS-02)Erklärung, kein BehördenbescheidSehr gering, nur 2 SzenarienGering (aber Drohnen kaum verfügbar)
PDRAAlle DrohnenBetriebsgenehmigung bei zuständiger BehördeGering, vordefinierte SzenarienMittel
SORAAlle DrohnenBetriebsgenehmigung bei zuständiger BehördeHoch, individuelle MissionHoch
LUCAlle DrohnenEinmalige Zertifizierung, dann selbst genehmigenSehr hochSehr hoch

Alle vier Wege werden mit konkreten Entscheidungshilfen, Voraussetzungen und einem Kosten-Nutzen-Vergleich in unserem Artikel STS, PDRA, SORA und LUC im Vergleich ausführlich behandelt. Wer wissen möchte, wann STS, PDRA oder LUC gegenüber SORA sinnvoller sind, findet eine kompakte Entscheidungshilfe im Artikel SORA-Alternativen.

Was du für den Einstieg brauchst

Unabhängig davon, welchen Weg du wählst, gibt es einige Grundvoraussetzungen, die für alle Betreiber in der Specific Kategorie gelten.

Registrierung als Betreiber: Du musst als UAS-Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registriert sein. Die Betreibernummer ist an jeder Drohne sichtbar anzubringen.

Versicherung: Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist Pflicht, in der Specific Kategorie mit entsprechend angepassten Deckungssummen für gewerbliche Einsätze. Standardtarife decken BVLOS-Flüge oder komplexe urbane Einsätze häufig nicht ab, daher lohnt ein gezielter Blick auf gewerbliche Policen.

Qualifikation des Fernpiloten: Abhängig vom gewählten Verfahren gelten unterschiedliche Anforderungen. Für STS ist neben einer Theorieprüfung auch eine praktische Prüfung bei einer zugelassenen Prüfstelle (PStF) notwendig. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Das STS-Theoriezertifikat (Ausstellungsgebühr: 30 Euro, Gültigkeit: 5 Jahre) wird von Behörden häufig als Qualifikationsnachweis für SORA-Einsätze bis SAIL III akzeptiert.

Betriebshandbuch (Operations Manual): Mit Ausnahme des reinen STS-Wegs braucht jeder Betreiber ein Betriebshandbuch. Es beschreibt deinen Drohnenbetrieb vollständig, von der Ausrüstung über Prozeduren bis zur Notfallplanung. Was ein SORA 2.5-konformes Betriebshandbuch enthalten muss, erklären wir im Artikel zum SORA-konformen Betriebshandbuch.

Concept of Operations (ConOps): Teil des Betriebshandbuchs ist die Betriebsbeschreibung, also eine genaue Beschreibung des geplanten Einsatzes, der Drohne, des Fluggebiets und der Sicherheitsmaßnahmen. Dieser Schritt ist die Grundlage der gesamten SORA-Analyse. Was genau in den ConOps gehört und wie du ihn aufbaust, erklärt unser eigener Ratgeber dazu.

Zuständige Behörde: Die Zuständigkeit richtet sich nicht nach dem Einsatzort, sondern nach dem Hauptwohnsitz (natürliche Personen) bzw. Firmensitz (juristische Personen) des Antragstellers. In Deutschland haben zehn Bundesländer die Zuständigkeit ans LBA übertragen: Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Antragsteller aus den übrigen sechs Bundesländern (Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz) wenden sich an die jeweilige Landesluftfahrtbehörde. In Österreich ist Austro Control zentral zuständig. Den genauen Ablauf je nach Zuständigkeit erklären unsere Artikel zum LBA-Prozess in Deutschland und zum Dronespace-Prozess in Österreich.

Für einfachere Betriebe (SAIL I–II, VLOS) gibt es beim LBA außerdem das FastFlight-Verfahren, das potenziell deutlich kürzere Bearbeitungszeiten ermöglicht als ein vollständiger SORA-Erstantrag.

Welche Unterlagen konkret für einen SORA-Antrag nötig sind, erklärt unser Artikel Welche Unterlagen braucht man für einen SORA-Antrag?

🛠 wingman by skyzr: Der gesamte SORA-Prozess lässt sich mit wingman digital abbilden, von der ConOps-Erstellung über die Risikoanalyse bis zum fertigen Antragspaket. Das spart gegenüber der manuellen Erstellung erheblich Zeit und reduziert das Fehlerrisiko bei der Einreichung. Mehr dazu im Artikel SORA mit wingman erstellen oder direkt auf der wingman-Produktseite.

Typische Einsatzbereiche in der Specific Kategorie

Die Specific Kategorie ist keine Ausnahme im professionellen Drohnenbetrieb, sondern die Alltagsrealität vieler gewerblicher Piloten. Zu den typischen Einsatzgebieten gehören:

Gebäude- und Dachinspektion: Fassaden, Dächer und Solaranlagen auf Wohn- oder Gewerbegebäuden in besiedeltem Gebiet lassen sich aus der Luft deutlich schneller erfassen als vom Gerüst. Sobald der Mindestabstand zu unbeteiligten Personen die Grenzen der Open-Kategorie sprengt, ist eine Betriebsgenehmigung erforderlich.

Infrastrukturinspektion: Stromleitungen, Windkraftanlagen, Brücken, Bahnstrecken und Pipelines werden zunehmend aus der Luft geprüft. Diese Einsätze finden häufig entlang linearer Strukturen statt, oft weit außerhalb kontrollierter Bodenbereiche, was eine individuelle SORA-Bewertung notwendig macht.

Thermografie und Schadensdokumentation: Wärmebildkameras in Kombination mit bestimmten Flugprofilen oder Drohnengewichten verlassen schnell den Rahmen der Open-Kategorie. Typische Anwendungen: Leckagesuche in Industrieanlagen, Gebäudeenergieanalysen oder Waldbrandmonitoring.

Kartierung und Vermessung: Großflächige Mapping-Projekte in bewohntem oder komplexem Gelände, bei denen die Fluggebiete oder Flughöhen die Open-Kategorie überschreiten.

Landwirtschaft und Pflanzenschutz: Sprühdrohnen für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln fallen je nach Startmasse und Szenario in die Specific Kategorie. Das nationale Szenario DE.STS.FARM deckt bestimmte Agrar-Einsätze mit Drohnen bis 50 kg ab.

Bestandsdrohnen-Weiterbetrieb: Wer professionell mit einer nicht-C-klassifizierten Drohne (etwa einer DJI Mavic 2 Pro oder ähnlichen Bestandsgeräten) fliegen will und dabei die engen Grenzen der Open-Kategorie A3 überschreiten muss, braucht eine Betriebsgenehmigung in der Specific Kategorie.

Medien und Film in städtischer Umgebung: Luftaufnahmen für Werbeproduktionen, Nachrichtenberichterstattung oder Filmdreh in dicht besiedelten Bereichen, bei denen ein kontrollierter Bodenbereich eingerichtet wird, fallen typischerweise unter STS-01 oder eine PDRA.

Häufige Missverständnisse zur Specific Kategorie

„Mit dem STS-Zertifikat kann ich überall fliegen“
Das STS-Zertifikat ist die persönliche Qualifikation des Piloten. Ob ein Einsatz in der Specific Kategorie erlaubt ist, hängt zusätzlich von der Drohne (C5/C6 für STS) und der konkreten Betriebserlaubnis ab.

„PDRA funktioniert für alle Bestandsdrohnen und alle Szenarien“
PDRAs decken nur sehr spezifische, vordefinierte Szenarien ab. Für individuelle Einsätze und flexible Missionen bleibt SORA der einzige Weg.

„SORA ist nur etwas für große Unternehmen“
SORA ist für alle professionellen Piloten relevant, die außerhalb von STS oder PDRA fliegen. Auch ein einzelner selbstständiger Drohnenpilot kann und sollte SORA beantragen, wenn der Einsatz es erfordert.

„Ich brauche ein LUC für gewerbliche Flüge“
Das LUC ist optional und macht nur für Unternehmen mit sehr hohem Volumen an Specific-Kategorie-Einsätzen Sinn. Für gewerbliche Einzeleinsätze reicht ein SORA-Antrag vollständig aus.

Eine ausführliche Auflistung der häufigsten Stolpersteine beim Antrag, die zu Verzögerungen oder Ablehnungen führen, findest du im Artikel Typische Fehler bei SORA-Anträgen.

Zusammenfassung

Die Specific Kategorie ist kein Bürokratiemonster, sondern das regulatorische Werkzeug, das es professionellen Drohnenpiloten erlaubt, anspruchsvolle Einsätze legal abzuwickeln. Wer die vier Zugangswege kennt und versteht, welcher für seinen Einsatz passt, hat die wichtigste Orientierung bereits.

In der Praxis gilt: Für die meisten professionellen Gewerbeeinsätze führt der Weg über SORA. STS ist theoretisch attraktiv, praktisch aber kaum nutzbar. PDRA deckt einen schmalen, klar definierten Mittelweg ab.

Wichtig: Seit September 2025 gilt SORA 2.5. Wenn du bestehende Anträge oder ein Betriebshandbuch hast, prüfe, ob diese auf dem aktuellen Stand sind. Bestehende SORA-2.0-Genehmigungen in Deutschland können noch bis maximal 31. Dezember 2027 verlängert werden, danach ist die Umstellung auf SORA 2.5 Pflicht. Was sich mit SORA 2.5 geändert hat, erklärt unser SORA 2.5-Artikel.

  • Die Specific Kategorie gilt für alle Drohnenflüge, die die Open-Kategorie verlassen
  • Es gibt vier Zugangswege: STS, PDRA, SORA und LUC
  • STS ist in der Praxis kaum nutzbar, weil C5/C6-Drohnen am Markt fehlen
  • PDRA ist die Mittelweg-Lösung für vordefinierte Szenarien ohne C-Klassen-Pflicht
  • SORA ist für die Mehrheit der professionellen Einsätze der einzig flexible Weg
  • LUC lohnt sich nur für Unternehmen mit sehr hohem Einsatzvolumen
  • Seit September 2025 ist SORA 2.5 verbindliche Methodik

Nächste Schritte

Wenn du deinen ersten Einsatz in der Specific Kategorie planst oder wissen möchtest, welches Verfahren zu deiner Situation passt, sind das deine nächsten Anlaufpunkte:

Du weißt noch nicht, welcher Weg für deinen Einsatz der richtige ist, oder möchtest den Aufwand der Betriebsgenehmigung nicht selbst stemmen? In einer kostenlosen Erstberatung prüfen wir gemeinsam mit dir, wie dein Specific-Einsatz rechtssicher umgesetzt werden kann, welches Verfahren passt und was konkret zu tun ist. Auf Wunsch übernehmen wir die gesamte Erstellung der Betriebsgenehmigung für dich.

Zur kostenlosen SORA-Erstberatung

Dieser Artikel ist Teil unseres umfassenden Ratgebers zu SORA und der Specific Kategorie. Alle relevanten Einzelthemen findest du in der Übersicht SORA & Specific.

Rechtliche Grundlage: Durchführungsverordnung (EU) 2019/947, EASA Easy Access Rules for UAS (Stand: SORA 2.5, September 2025)

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Mein Name ist Dimitri Wolf, ich arbeite als Plattform- und Content-Manager bei skyzr und beschäftige mich seit 2016 mit Drohnen. Mit meinen Beiträgen möchte ich dir helfen, die teils komplexen Themen rund um Drohnen besser zu verstehen und dein Wissen und Können zu erweitern, damit du es praktisch anwenden kannst.
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