SORA Schritt 9: OSOs – Sicherheitsziele identifizieren und Robustheit ableiten

Dimitri
Von Dimitri - Plattform & Content Manager
20 Min. Lesezeit

Mit Schritt 8 hast du dein Containment-Level festgelegt und damit den letzten geometrischen Baustein deiner Operation abgeschlossen. Jetzt folgt der inhaltlich umfangreichste Teil von Phase I: Du verlässt die Welt der Karten, Tabellen und Pufferzonen – und wendest dich zum ersten Mal in der Tiefe deinem Betrieb selbst zu. Welche Anforderungen muss deine Organisation erfüllen? Welche dein UAS? Welche dein Crew-Training?

Dieser Artikel erklärt dir, was OSOs sind, wie du das geforderte Robustheitsniveau für jedes einzelne aus deinem SAIL ableitest und worauf es bei der Identifikation in Schritt 9 ankommt. Er ist Teil unserer SORA-Schritt-für-Schritt-Serie – den vollständigen Überblick über alle Schritte sowie den Antragsweg in Deutschland und Österreich findest du in unserem SORA-Antrag-Leitfaden. Dieser Ratgeber richtet sich an Drohnenpiloten und Unternehmen, die einen SORA-2.5-Antrag in der Specific Category vorbereiten.

Das musst du wissen

  • OSOs (Operational Safety Objectives) sind die 17 empfohlenen Sicherheitsziele aus der EASA-Konsolidierung – sie decken Organisation, UAS-Design, Wartung, Verfahren, Crew-Training, externe Systeme und Umwelteinflüsse ab.
  • Welche Robustheit jedes OSO erreichen muss, ergibt sich direkt aus deinem SAIL aus Schritt 7. SORA 2.5 listet das in Tabelle 14 im EASA AMC auf.
  • Robustheit ist die Kombination aus Integrität (wie wirksam ist die Maßnahme?) und Assurance (wie überzeugend ist der Nachweis?). Es gilt immer das schwächste Glied.
  • Es gibt drei Robustheitsniveaus: Low (Selbstdeklaration), Medium (Belege + dokumentierter Nachweis) und High (Verifikation durch die Behörde oder eine designierte Stelle).
  • Schritt 9 ist die Identifikation der OSO-Anforderungen – der formale Nachweis folgt erst in Schritt 10 (CSP) über die Compliance Matrix.

Was sind OSOs und welche Rolle spielen sie?

OSOs – Operational Safety Objectives – sind die operativen Sicherheitsziele, die deine UAS-Operation erfüllen muss, damit sie als ausreichend sicher gilt. Wo die Schritte 2 bis 8 das Risiko bewertet und die Geometrie deines Betriebs umrissen haben, beantworten die OSOs eine andere Frage: Was musst du intern auf die Beine stellen, damit dieser Betrieb verlässlich funktioniert?

Mit SORA 2.5 wurde die Liste neu strukturiert. Von ursprünglich 24 OSOs in Version 2.0 sind 17 übrig geblieben – einige wurden zusammengelegt, andere gestrichen, weil sie thematisch in anderen OSOs aufgehen. Das Ergebnis ist eine kompaktere und besser handhabbare Liste, die fünf thematische Bereiche abdeckt:

  • Technische Issues mit dem UAS – Organisation, Hersteller, Wartung, Design, System Safety, C3-Link, Konfigurationsprüfung
  • Operationelle Verfahren – Validierte Verfahren und qualifizierte Crew
  • Externe Systeme – Adäquanz von Dienstleistern und externen Services
  • Menschlicher Fehler – Multi-Crew-Koordination, Fitness, Flight-Envelope-Schutz, HMI
  • Widrige Betriebsbedingungen – Umweltdefinitionen und Drohnenqualifikation

Wichtig zu verstehen: Tabelle 14 ist im EASA AMC ausdrücklich als „Recommended operational safety objectives“ benannt – also als konsolidierte Empfehlung auf Basis vieler Jahre Praxiserfahrung, nicht als starre Maximalliste. Die zuständige Behörde kann im Einzelfall zusätzliche Anforderungen stellen oder Anpassungen vornehmen. In der Praxis bildet die Liste aber den Standard, dem deine Operation entsprechen sollte.

Jedes OSO ist im EASA AMC, Annex E, mit eigenen Bewertungskriterien hinterlegt. Was du in Schritt 9 erledigst, ist die Zuordnung: Für welches OSO brauchst du welches Robustheitsniveau? Die Antworten darauf strukturieren später dein gesamtes Betriebshandbuch und deine Compliance Matrix.

Robustheit verstehen: Integrität mal Assurance

Bevor du in die Tabelle einsteigst, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Konzept der Robustheit. Es zieht sich durch den gesamten SORA-Prozess und ist die Grundlage dafür, was du am Ende nachweisen musst.

Robustheit setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

  • Integrität beschreibt, wie wirksam eine Maßnahme das Risiko reduziert. Eine sorgfältig dokumentierte Wartungsroutine hat eine höhere Integrität als eine informelle Sichtprüfung.
  • Assurance beschreibt, wie überzeugend du diese Wirksamkeit nachweist. Eine Selbstdeklaration ist eine niedrige Assurance, ein durch die EASA verifizierter Designnachweis eine hohe.

Die Gesamtrobustheit ergibt sich aus der Kombination beider Werte – und sie ist immer so niedrig wie das schwächste Glied.

Low AssuranceMedium AssuranceHigh Assurance
Low IntegrityLowLowLow
Medium IntegrityLowMediumMedium
High IntegrityLowMediumHigh

Quelle: EASA AMC & GM zu Verordnung (EU) 2019/947, Issue 1, Amendment 3 (ED Decision 2025/018/R), Section S.2.4, Table 1.

Konkret heißt das: Wenn du für ein OSO eine hohe Integrität deiner Maßnahme behauptest, sie aber nur über eine Selbstdeklaration belegst, gilt die Robustheit als Low. Erst wenn beide Komponenten passen, erreichst du das angestrebte Niveau.

Diese Logik wirkt zunächst abstrakt, hat aber eine sehr praktische Konsequenz: Es reicht nicht, intern gut zu sein. Du musst es so dokumentieren, dass die Behörde es nachvollziehen kann – auf einem Niveau, das deinem SAIL entspricht.

Die 17 OSOs im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt alle 17 OSOs nach SORA 2.5, gruppiert nach den fünf thematischen Bereichen aus Annex E. Sie bildet die Grundlage für deine Arbeit in Schritt 9.

Technische Issues mit dem UAS (Annex E, Section E.2)

OSOInhalt
OSO #01Der UAS-Operator ist eine kompetente und/oder erfahrene Organisation
OSO #02Das UAS ist von einer kompetenten und/oder erfahrenen Organisation entworfen und produziert
OSO #03UAS-Wartung erfolgt strukturiert und nachvollziehbar
OSO #04Für die Sicherheit wesentliche UAS-Komponenten sind nach einem Lufttüchtigkeits-Designstandard entwickelt
OSO #05Das UAS ist unter Berücksichtigung von System Safety und Reliability entworfen
OSO #06Die Eigenschaften der C3-Verbindung (Command, Control, Communication) passen zur Operation
OSO #07Die UAS-Konfiguration wird vor dem Betrieb auf Konformität geprüft

Operationelle Verfahren (Annex E, Section E.3)

OSOInhalt
OSO #08Operative Verfahren sind definiert, validiert und werden eingehalten
OSO #09Die Remote Crew ist geschult und aktuell qualifiziert

Externe Systeme (Annex E, Section E.6)

OSOInhalt
OSO #13Externe Services, die deine UAS-Operation unterstützen, sind dafür geeignet

Menschlicher Fehler (Annex E, Section E.7)

OSOInhalt
OSO #16Multi-Crew-Koordination ist geregelt
OSO #17Die Remote Crew ist im Einsatz fit (Fitness to Operate)
OSO #18Automatischer Schutz der Flight Envelope vor menschlichen Fehlern
OSO #19Sichere Wiederherstellung nach menschlichen Fehlern
OSO #20Eine Human-Factors-Evaluation wurde durchgeführt und das HMI ist für die Operation geeignet

Widrige Betriebsbedingungen (Annex E, Section E.8)

OSOInhalt
OSO #23Umweltbedingungen für den sicheren Betrieb sind definiert, messbar und werden eingehalten
OSO #24Das UAS ist für den Betrieb unter widrigen Umweltbedingungen entworfen und qualifiziert

Die Nummerierung enthält bewusst Lücken – beispielsweise gibt es kein OSO #10 oder #21. Das liegt daran, dass die Nummern aus SORA 2.0 beibehalten wurden, um die Vergleichbarkeit zu bestehenden Genehmigungen zu erhalten. Gestrichene oder zusammengeführte OSOs erscheinen schlicht nicht mehr in der Liste.

Schritt für Schritt: So leitest du die Robustheitsniveaus ab

Die konkrete Zuordnung erfolgt über Tabelle 14 im EASA AMC, Section S.4.9.3. Diese Tabelle ist das Herzstück von Schritt 9: Sie zeigt für jeden SAIL (I bis VI), welches Robustheitsniveau für welches OSO gefordert ist.

Schritt 1: SAIL aus Schritt 7 übernehmen

Du nimmst das Ergebnis aus Schritt 7 als Ausgangspunkt: deinen SAIL.

Schritt 2: Spalte des SAIL in Tabelle 14 wählen

In dieser Spalte findest du für jedes der 17 OSOs einen der vier Einträge: NR, L, M oder H.

Schritt 3: Robustheitsniveau jedes OSO ablesen

Folgende Bedeutungen gelten:

  • NR (Not Required) – Für die zuständige Behörde ist kein Nachweis erforderlich.
  • L (Low) – Niedriges Robustheitsniveau.
  • M (Medium) – Mittleres Robustheitsniveau.
  • H (High) – Hohes Robustheitsniveau.

Schritt 4: OSO-Liste mit Robustheitsniveaus dokumentieren

Diese Liste ist das Ergebnis von Schritt 9 und gleichzeitig die Grundlage für dein Betriebshandbuch und deine Compliance Matrix.

Die OSO-zu-SAIL-Tabelle (vereinfachte Darstellung)

OSOThemaSAIL ISAIL IISAIL IIISAIL IVSAIL VSAIL VI
OSO #01Operator-KompetenzNRLMHHH
OSO #02Designer/HerstellerNRNRLMHH
OSO #03UAS-WartungLLMMHH
OSO #04Airworthiness-KomponentenNRNRNRMHH
OSO #05System Safety & ReliabilityNRNRLMHH
OSO #06C3-Link-EigenschaftenNRLLMHH
OSO #07Konfigurations-KonformitätLLMMHH
OSO #08Operative VerfahrenLMHHHH
OSO #09Remote Crew TrainingLLMMHH
OSO #13Externe ServicesLLMHHH
OSO #16Multi-Crew-KoordinationLLMMHH
OSO #17Remote Crew FitnessLLMMHH
OSO #18Flight-Envelope-SchutzNRNRLMHH
OSO #19Recovery aus FehlernNRNRLMMH
OSO #20HMI / Human FactorsNRLLMMH
OSO #23Umweltbedingungen definiertLLMMHH
OSO #24UAS für adverse BedingungenNRNRMHHH

Quelle: EASA AMC & GM zu Verordnung (EU) 2019/947, Issue 1, Amendment 3 (ED Decision 2025/018/R), Section S.4.9.3, Table 14.

⚠️ Wichtig: NR heißt nicht „ignorieren“. „Not Required“ bedeutet, dass du der Behörde gegenüber keinen Nachweis für dieses OSO erbringen musst. Das EASA AMC empfiehlt jedoch ausdrücklich, auch NR-OSOs mindestens auf niedrigem Integritätsniveau intern zu berücksichtigen. Das gilt besonders für sicherheitsrelevante Aspekte wie System Safety oder Recovery aus menschlichen Fehlern.

Wer liefert den Nachweis? Die Dependencies-Spalten

Was die obige vereinfachte Tabelle nicht zeigt: Im EASA-Original enthält Tabelle 14 drei zusätzliche Spalten unter dem Titel „Dependencies“ – nämlich „Operator“, „Training organisation“ und „Designer“. Mit Markierungen oder Verweisen wie „Crit. #1″ zeigen sie, wer den Nachweis für welches OSO primär liefern muss.

Drei Konstellationen sind typisch:

  • Operator-zentrierte OSOs (z. B. OSO #01, #07, #17): Du als Betreiber lieferst den Nachweis – etwa über organisatorische Regelungen, Checklisten und Verfahren.
  • Designer-zentrierte OSOs (z. B. OSO #02, #04, #05, #18, #19, #20, #24): Hier liegt die Hauptlast beim UAS-Designer – etwa über Means-of-Compliance-Erklärungen oder Design Verification Reports.
  • Geteilte OSOs (z. B. OSO #03, #08, #09, #16): Operator, Designer und/oder Trainingsorganisation tragen gemeinsam zum Nachweis bei.

Für deine Planung heißt das: Bei Designer-OSOs hängt vieles davon ab, ob dein Drohnenhersteller die nötigen Dokumente bereitstellt. Gerade bei höheren SAIL-Stufen ist das ein wichtiges Kriterium bei der Drohnenauswahl.

📌 Praxisbeispiel: BVLOS-Inspektion bei SAIL III

Angenommen, du hast in Schritt 7 einen SAIL III ermittelt – ein typisches Ergebnis für eine BVLOS-Inspektion über dünn besiedeltem Gebiet. In der SAIL-III-Spalte von Tabelle 14 ergibt sich folgendes Bild:

  • Medium-Robustheit: OSO #01, #03, #07, #08, #16, #17, #23, #24
  • Low-Robustheit: OSO #02, #05, #06, #09, #13, #18, #19, #20
  • NR: OSO #04

Dein nächster Schritt: Für jedes OSO mit „M“ planst du, wie du die Integrität auf mittlerem Niveau erreichst – und wie du sie mit dokumentierten Belegen (statt nur einer Selbstdeklaration) untermauerst. Für die L-OSOs reicht in der Regel eine Selbstdeklaration mit Verweis auf dein Betriebshandbuch.

Was bedeuten Low, Medium und High konkret?

Die drei Robustheitsniveaus unterscheiden sich vor allem darin, was du der Behörde liefern musst. Diese drei Stufen sind unabhängig vom konkreten OSO immer ähnlich aufgebaut – die genauen Anforderungen findest du in Annex E pro OSO.

Low Robustheit

Du erklärst gegenüber der Behörde, dass das geforderte Integritätsniveau erreicht ist. Eine ausführliche Belegsammlung im Antrag ist nicht zwingend nötig. Die Behörde kann jedoch im Rahmen ihrer Aufsicht jederzeit Belege anfordern.

Praxis: Wenn du beispielsweise für OSO #01 (Operator-Kompetenz) Low-Robustheit benötigst, reicht es in der Regel, im Betriebshandbuch zu beschreiben, dass du über die nötigen Checklisten, Wartungs-, Schulungs- und Verantwortlichkeitsregelungen verfügst.

Medium Robustheit

Du erklärst weiterhin gegenüber der Behörde, dass das Integritätsniveau erreicht ist – aber mit Verweis auf konkrete Belege. Die Belege sind beizulegen, sofern du nicht ein von der EASA veröffentlichtes Means of Compliance nutzt. Auch hier gilt: Die Behörde kann zusätzliche Belege einfordern.

Praxis: Für OSO #08 auf Medium-Niveau musst du nicht nur Verfahren beschreiben, sondern auch nachweisen, dass sie gegen anerkannte Standards validiert wurden – etwa durch Flugtests, Simulationen oder andere mit der Behörde abgestimmte Methoden.

High Robustheit

Das geforderte Integritätsniveau wird durch die zuständige Behörde oder eine von ihr designierte Stelle verifiziert. Du musst nachweisen, dass deine Maßnahmen nicht nur formal vorhanden, sondern auch wirksam und überprüfbar sind. Für Design-bezogene OSOs erwartet die Behörde dabei häufig einen Design Verification Report (DVR) der EASA.

💡 Tipp: Plane für jedes OSO bereits in Schritt 9 grob, welche Nachweise du in Schritt 10 vorlegen wirst. Das beschleunigt nicht nur die Erstellung des Comprehensive Safety Portfolio, sondern hilft auch, frühzeitig Lücken zu erkennen – etwa wenn dir für ein Medium-OSO der valide Beleg fehlt.

Sonderfall OSO #5 bei SAIL II

OSO #05 (System Safety und Reliability) ist in SAIL I und II in Tabelle 14 als NR aufgeführt. Annex E weist jedoch ausdrücklich darauf hin: Wenn dein UAS Designmerkmale enthält, die neuartig oder komplex sind und für die bislang nur begrenzte Betriebserfahrung vorliegt, kann auch bei SAIL II eine Bewertung erwartet werden. Das ist insbesondere bei Eigenentwicklungen oder modifizierten Drohnen relevant.

Häufige Stolpersteine bei der OSO-Identifikation

Aus der Praxis lassen sich vier wiederkehrende Fehler beobachten, die in Schritt 9 entstehen und sich erst spät im Verfahren rächen.

1. Robustheit mit Integrität verwechseln

Viele Antragsteller behaupten ein hohes Integritätsniveau, ohne sich darum zu kümmern, ob ihre Belege das Niveau auch tatsächlich tragen. Wenn die Assurance niedrig ist, bleibt die Gesamtrobustheit niedrig – unabhängig davon, wie ausgefeilt die Maßnahme intern sein mag.

2. NR als „nicht relevant“ interpretieren

NR bedeutet, dass gegenüber der Behörde kein Nachweis nötig ist. Es bedeutet nicht, dass das Thema für deinen Betrieb irrelevant ist. Wer sicherheitsrelevante Aspekte komplett ignoriert, weil sie in der SAIL-Spalte mit NR markiert sind, riskiert Sicherheitslücken im Betrieb – und kann bei Vorgesprächen oder Audits unangenehme Fragen erwarten.

3. OSOs als einzelne Dokumente statt als integriertes System behandeln

OSOs verweisen aufeinander. OSO #08 (operative Verfahren) ist ohne die Trainings-Anforderungen aus OSO #09 nicht denkbar. OSO #03 (Wartung) hängt mit OSO #07 (Konfigurations-Check) zusammen. Wer die OSOs isoliert abarbeitet, produziert Inkonsistenzen, die später in der Compliance Matrix auffallen.

4. Den Aufwand für Medium- und High-Nachweise unterschätzen

Der Sprung von Low zu Medium ist erheblich – nicht im Umfang der Beschreibung, sondern im Anspruch an den Nachweis. Standards, Tests, Simulationen oder validierte Trainingssyllabi nehmen Wochen in Anspruch. Plane den Aufwand für jedes OSO mit Medium- oder High-Anforderung schon in Schritt 9 grob ein, statt ihn auf Schritt 10 zu verschieben.

Zusammenfassung

  • OSOs sind die 17 empfohlenen operativen Sicherheitsziele deiner Operation – sie decken Organisation, Design, Wartung, Verfahren, Crew, externe Systeme und Umweltbedingungen ab.
  • Welche Robustheit jedes OSO erreichen muss, ergibt sich aus deinem SAIL über Tabelle 14 im EASA AMC.
  • Robustheit ist Integrität × Assurance – es zählt immer das schwächste Glied.
  • Die drei Niveaus Low, Medium und High unterscheiden sich vor allem im erforderlichen Nachweis: Selbstdeklaration, dokumentierte Belege oder behördlich verifizierte Nachweise.
  • NR (Not Required) entbindet dich nur vom Nachweis gegenüber der Behörde – die EASA empfiehlt trotzdem eine Berücksichtigung auf niedrigem Integritätsniveau.
  • Tabelle 14 zeigt zusätzlich über Dependencies-Spalten, wer den Nachweis primär trägt: Operator, Trainingsorganisation oder Designer.
  • OSOs sind kein Sammelsurium, sondern ein integriertes System – sie verweisen aufeinander und müssen konsistent sein.
  • Der formale Nachweis erfolgt nicht in Schritt 9, sondern in Schritt 10 (Comprehensive Safety Portfolio) über die Compliance Matrix.

Nächster Schritt: Comprehensive Safety Portfolio zusammenstellen

Mit Schritt 9 hast du den letzten Schritt der Phase I abgeschlossen. Alle Anforderungen aus den Schritten 2 bis 8 sind nun in konkreten Sicherheitszielen mit definierten Robustheitsniveaus festgehalten. Als nächstes folgt Schritt 10, das Comprehensive Safety Portfolio (CSP): Hier stellst du sämtliche Nachweise zusammen, fügst die Compliance Matrix (beim LBA: Formular FV.GO-UASOPA-0107) hinzu und reichst das Paket bei der zuständigen Behörde ein.

Wenn du die gesamte Serie von Anfang an durcharbeiten oder einzelne Schritte vertiefen möchtest, findest du alle Artikel in unserem SORA-Antrag-Leitfaden.

In der Praxis ist die OSO-Identifikation der Punkt, an dem viele Antragsteller das erste Mal merken, wie sehr SORA über reine Risikobewertung hinausgeht – und wie viel Arbeit zwischen „die Tabelle ist abgelesen“ und „der Antrag ist genehmigungsfähig“ liegt. wingman by skyzr führt dich durch die OSO-Zuordnung auf Basis deines individuellen SAIL und stellt die Anforderungen pro OSO direkt verständlich dar – inklusive der jeweiligen Annex-E-Kriterien. Wenn du dir bei der Bewertung deiner spezifischen Operation insgesamt unsicher bist, stehen wir dir auch mit einer persönlichen SORA-Beratung zur Seite.

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