Du kennst die SORA-Methodik, du weißt, welche Schritte nötig sind – aber der manuelle Aufwand bremst dich aus. Bevölkerungsdaten recherchieren, Contingency Volume berechnen, Luftraumstrukturen auswerten, alles in ein konsistentes Dokument bringen. Allein die Risikoanalyse kostet dich bei manueller Erstellung schnell einen ganzen Arbeitstag oder mehr.
Mit wingman von skyzr kannst du diesen Prozess digital und geführt durchlaufen. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du eine vollständige SORA-Risikoanalyse in wingman erstellst – vom Anlegen deiner Organisation bis zum fertigen Report.
Das erwartet dich
- Was wingman ist und wofür du es einsetzen kannst
- Wie du Organisation und Drohnen einmalig anlegst und für alle zukünftigen SORAs wiederverwendest
- Wie der geführte SORA-Prozess in wingman funktioniert – Schritt für Schritt
- Welche Berechnungen wingman automatisch übernimmt und wo dein fachliches Urteil gefragt bleibt
- Wie du am Ende einen behördenkonformen SORA-Report erstellst
Dieser Artikel richtet sich an Drohnenpiloten und Betreiber, die mit den Grundlagen der SORA-Methodik vertraut sind und wissen möchten, wie sie den Prozess digital umsetzen. Falls du dich zunächst mit den Grundlagen vertraut machen möchtest, findest du in unserem SORA-Antrag Leitfaden 2026 eine vollständige Übersicht über den gesamten Prozess.
Was ist wingman?
wingman ist eine webbasierte Anwendung von skyzr, die den gesamten SORA-Prozess digital abbildet. Die Software führt dich durch alle zehn Schritte der SORA-Methodik und automatisiert dabei die aufwendigsten Teile: die gesamte Risikoanalyse (Ground Risk, Air Risk, SAIL), die Berechnung des Contingency Volumes und des Ground Risk Buffers.
Das Tool unterstützt sowohl SORA 2.5 als auch SORA 2.0 und ist aktuell für Deutschland und Österreich verfügbar. Gerade für Piloten in Deutschland ist die SORA 2.5-Kompatibilität entscheidend, da das LBA seit dem 01.01.2026 für Erstanträge SORA 2.5 voraussetzt. Die zugrundeliegenden Daten – Bevölkerungsdichte, Luftraumstrukturen und weitere Risikofaktoren – sind länderspezifisch hinterlegt und werden regelmäßig aktualisiert.
Grundsätzlich lässt sich der Ablauf in wingman in drei Phasen unterteilen: Zunächst richtest du dein Konto und deine Betriebsmittel ein, dann durchläufst du die SORA Schritt für Schritt und am Ende generierst du den fertigen Report für die Behörde.
Vor dem Start – Organisation und Drohnen anlegen
Bevor du mit einer SORA beginnen kannst, brauchst du ein eingerichtetes Konto mit den notwendigen Stammdaten. Dieser Schritt ist einmalig – die Daten stehen dir danach für alle zukünftigen SORAs zur Verfügung.
Registrierung und Organisation: Nach der Kontoeröffnung erstellst du deine Organisation. Diese repräsentiert dein Unternehmen oder deinen Betrieb und enthält die Drohnenbetreiber-Registrierungsnummer sowie Unternehmensangaben wie Adresse und Firmenbuchnummer.
Drohnen und Equipment anlegen: Im nächsten Schritt erfasst du deine Drohnen mit allen technischen Daten, die für die SORA relevant sind – Gewicht, maximale Geschwindigkeit, Betriebshöhe und andere Spezifikationen. Du kannst außerdem Equipment wie Thermalcams oder RTK-Module hinterlegen.
Dokumente hochladen: wingman bietet dir eine zentrale Dokumentenverwaltung für Führerscheine, Zertifizierungen, Versicherungsnachweise und weitere Unterlagen. Diese lassen sich später beim Erstellen einer SORA direkt dem Antrag zuordnen, ohne sie jedes Mal erneut hochladen zu müssen.
💡 Tipp: Investiere beim ersten Anlegen etwas Zeit in vollständige und korrekte Daten. Drohnen, Equipment und Dokumente kannst du für beliebig viele SORAs wiederverwenden. Das spart bei jedem weiteren Antrag erheblich Zeit.
Schritt für Schritt – So erstellst du eine SORA in wingman
Sobald deine Organisation und mindestens eine Drohne angelegt sind, kannst du eine neue SORA starten. wingman führt dich in acht Schritten durch den gesamten Prozess – vom Betriebskonzept bis zur Zusammenfassung mit fertigem Report.
Der Startpunkt ist dabei immer dein Flugplan: Bevor du in den geführten Prozess einsteigst, definierst du dein Fluggebiet auf der interaktiven Risikokarte.
Startpunkt: Flugplan auf der Risikokarte erstellen
Den Anfang macht dein Fluggebiet. In wingman stehen dir zwei Wege zur Verfügung: Du kannst deinen Flugplan direkt auf der interaktiven Risikokarte einzeichnen oder eine vorhandene Flugplan-Datei hochladen.
Die Risikokarte ist dabei weit mehr als ein einfaches Kartentool. In Österreich visualisiert sie umfassend alle relevanten GEO-Zonen, Luftraumstrukturen, Flugbeschränkungsgebiete, Naturschutzgebiete und Hindernisse. In Deutschland zeigt die Karte ebenfalls wichtige Informationen wie Flughäfen, Kontrollzonen, Sperrgebiete, Gefahrengebiete, Windkraftanlagen, Ortschaften und Bevölkerungsdichte an – allerdings sind hier noch nicht alle offiziellen GEO-Zonen abgebildet, da die Nutzung bestimmter behördlicher Geodaten derzeit eingeschränkt ist. Für die Risikoberechnung stehen in beiden Ländern die notwendigen Bevölkerungs- und Luftraumdaten zur Verfügung.
In der Praxis zeigt sich: Wer sein Fluggebiet auf der Karte definiert, optimiert es oft schon während des Einzeichnens – etwa indem er eine angrenzende Siedlung knapp aus dem Operationsgebiet herausnimmt oder einen konfliktträchtigen Luftraum umgeht.
In wingman kannst du dein Fluggebiet jederzeit direkt auf der Karte anpassen und sofort sehen, wie sich Änderungen am Flugplan auf deine Risikoklassen auswirken. Das spart den Umweg über externe Tools und ermöglicht eine iterative Optimierung.

Schritt 1: Betriebskonzept (ConOps)
Im ersten Schritt des geführten Prozesses beschreibst du dein Betriebskonzept. Das entspricht dem ConOps (Concept of Operations) – also der strukturierten Beschreibung deines geplanten Betriebs: Was hast du vor, unter welchen Bedingungen findet der Einsatz statt, welche Betriebsart (VLOS, EVLOS oder BVLOS) ist geplant und welche Drohne setzt du ein?
wingman gibt dir die Struktur vor und stellt sicher, dass du keine Pflichtangaben vergisst. Die inhaltliche Beschreibung liegt aber bei dir – hier ist dein fachliches Wissen über den konkreten Einsatz gefragt.
Schritt 2: Flugplan
Im zweiten Schritt ergänzt du deinen Flugplan mit konkreten Angaben zum geplanten Flug: Flugzeiten (Start- und Enddatum, Uhrzeiten), Flugdetails wie maximale Höhe und Betriebsgeschwindigkeit sowie weitere Parameter. Hier weist du auch die verwendete Drohne aus deinem Betriebsmittelpool zu – deren technische Daten fließen automatisch in die nachfolgenden Berechnungen ein.
Gleichzeitig berechnet wingman in diesem Schritt automatisch den Kontingenzbereich (Contingency Volume) in Breite und Höhe. Diese Berechnung manuell durchzuführen ist einer der zeitaufwendigsten Teile der klassischen SORA-Erstellung. wingman erledigt das auf Knopfdruck und zeigt dir die verwendete Berechnungsmethode transparent an.
Falls sich an deiner Fluggeografie etwas geändert hat, kannst du deinen Flugplan in diesem Schritt jederzeit anpassen oder eine neue Datei hochladen.
Schritt 3: Initiales SAIL
Auf Basis deines Flugplans, des Kontingenzbereichs und der Drohnendaten berechnet wingman nun automatisch die zentralen Risikowerte: die initiale Ground Risk Class (GRC) anhand der Bevölkerungsdichte und der technischen Eigenschaften deiner Drohne sowie die initiale Air Risk Class (ARC) auf Grundlage der Luftraumdaten. Aus beiden ergibt sich das initiale SAIL (Specific Assurance and Integrity Level).
In diesem Schritt hast du auch die Möglichkeit, Mitigationsmaßnahmen zu setzen, um dein Boden- oder Luftrisiko zu reduzieren – genau so, wie es die SORA-Methodik vorsieht. Für jede Mitigation legst du das Robustheitsniveau fest (niedrig, mittel, hoch) und beschreibst die konkreten Maßnahmen, die du ergreifst. wingman zeigt dir nach jeder Änderung sofort die Auswirkung auf deine Risikoklassen an.
In der Praxis ist das einer der Bereiche, in denen die digitale Arbeitsweise den größten Unterschied macht. Statt bei jeder Änderung die gesamte Risikoberechnung manuell neu durchzuführen, siehst du das Ergebnis unmittelbar und kannst verschiedene Szenarien durchspielen. Eine ausführliche Erklärung zu typischen Fehlern bei Mitigationen findest du in unserem Ratgeber zu häufigen SORA-Fehlern.
Schritt 4: Finales SAIL
Nachdem du deine Mitigationen gesetzt hast, ermittelt wingman das finale SAIL. Dieses bestimmt, welche Sicherheitsanforderungen du im weiteren Verlauf erfüllen musst – von den TMPRs über die OSOs bis hin zum Containment. Die folgenden Schritte leiten sich direkt aus diesem Ergebnis ab.
Schritt 5: TMPR
wingman zeigt dir die erforderlichen TMPRs (Tactical Mitigation Performance Requirements) an, die sich aus deinem finalen SAIL und deiner Betriebsart ergeben. Du deklarierst hier, wie du die taktischen Anforderungen in deinem Betrieb konkret umsetzt.
Schritt 6: Benachbartes Gebiet
In diesem Schritt berechnet wingman automatisch die Größe und durchschnittliche Bevölkerungsdichte des benachbarten Gebiets (Adjacent Area) – ein Wert, der für die Gesamtbewertung des Bodenrisikos relevant ist. Auch diese Berechnung läuft automatisch und erspart dir aufwendige manuelle Recherche.
Schritt 7: OSO
wingman generiert die aus deinem SAIL resultierenden Operational Safety Objectives (OSOs) sowie die Containment-Anforderungen. Du musst diese nicht selbst aus den SORA-Regularien ableiten – wingman erledigt das automatisch auf Basis deiner Risikowerte.
Deine Aufgabe ist es, für jedes OSO zu deklarieren, wie du die Anforderung in deinem Betrieb konkret umsetzt. wingman gibt dir dafür eine strukturierte Übersicht und Checklisten, die dich durch die Deklaration führen.
Schritt 8: Zusammenfassung und SORA-Report
Im letzten Schritt fasst wingman alle Angaben und Ergebnisse zusammen. Du kannst alles noch einmal prüfen und die SORA abschließen. wingman erstellt daraus einen strukturierten SORA-Bericht, der speziell so aufgebaut ist, dass Behörden ihn effizient bearbeiten können.
Den fertigen Report kannst du auf mehreren Wegen nutzen: als PDF exportieren und deinem Antrag beim LBA oder bei der Austro Control beifügen, digital in wingman einsehen oder als Link an Externe verschicken – beispielsweise direkt an die zuständige Behörde.
Dein SORA-Report wird automatisch in wingman archiviert und bleibt gemäß den gesetzlichen Aufbewahrungspflichten für mindestens drei Jahre verfügbar.
Ein detaillierter Vergleich der Zeitersparnis gegenüber der manuellen Erstellung findest du in unserem Artikel SORA-Antrag manuell oder digital.
Was wingman nicht ersetzt
So viel wingman automatisiert – an einigen Stellen bleibt dein Fachwissen unverzichtbar:
Die ConOps-Beschreibung erfordert dein konkretes Wissen über den geplanten Einsatz. wingman gibt dir die Struktur vor und stellt sicher, dass du keine Pflichtangaben vergisst, aber den Inhalt musst du selbst formulieren.
Das Betriebshandbuch ist eine separate Aufgabe, die wingman nicht abdeckt. Es dokumentiert deine operativen Prozesse und Sicherheitsmaßnahmen und muss unabhängig von der SORA-Risikoanalyse erstellt werden. Was ein SORA-konformes Betriebshandbuch enthalten muss, haben wir in einem eigenen Ratgeber zum Betriebshandbuch ausführlich erklärt.
Die von der Behörde benötigen offiziellen Antragsdokumente musst du ebenfalls separat ausfüllen und mit der Risikoanalyse von wingman ergänzen. Welche Unterlagen du für deinen SORA-Antrag benötigst, erklären wir in unserem Ratgeber Welche Unterlagen braucht man für einen SORA-Antrag?. Wir arbeiten aktuell jedoch bereits daran wingman auch um diese Funktion zu erweitern.
Und schließlich trifft die Genehmigungsentscheidung ausschließlich die zuständige Behörde – in Deutschland das LBA oder die Landesluftfahrtbehörden, in Österreich die Austro Control. wingman unterstützt dich bei der Erstellung professioneller, konsistenter Unterlagen, die Nachforderungen minimieren – die finale Beurteilung liegt aber nicht beim Tool.
Wenn du bei einem konkreten Schritt nicht weiterkommst oder einen besonders komplexen Einsatz planst, lässt sich wingman mit der SORA-Beratung von skyzr kombinieren. So nutzt du die Effizienz der automatisierten Risikoanalyse und hast gleichzeitig einen erfahrenen Ansprechpartner für individuelle Fragen – etwa zur optimalen Mitigation, zur ConOps-Formulierung oder zur Behördenkommunikation.
⚠️ Achtung: wingman berechnet Risiken automatisch und leitet die erforderlichen OSOs und TMPRs ab. Aber die fachliche Beschreibung deines Betriebskonzepts (ConOps) und die Begründung deiner Mitigationsmaßnahmen erfordern dein konkretes Wissen über den geplanten Einsatz. Plane dafür ausreichend Zeit ein.
Zusammenfassung
- wingman führt dich in acht Schritten durch den gesamten SORA-Prozess – von Betriebskonzept und Flugplan über die Risikoberechnung bis zum fertigen Report
- Organisation, Drohnen und Dokumente legst du einmalig an und nutzt sie für beliebig viele SORAs
- Die aufwendigsten Berechnungen – GRC, ARC, SAIL, Kontingenzbereich und benachbartes Gebiet – laufen automatisch
- Mitigationen kannst du setzen und ihre Auswirkung auf die Risikoklassen sofort sehen
- OSOs, TMPRs und Containment-Anforderungen werden automatisch aus deinen Risikowerten abgeleitet
- Am Ende steht ein behördenkonformer SORA-Report, den du als PDF exportieren oder per Link teilen kannst
Du brauchst individuelle Beratung für deinen Anwendungsfall? Kostenlose SORA-Erstberatung anfragen.
Häufige Fragen zur SORA-Erstellung mit wingman
Nein. wingman ist so aufgebaut, dass es dich intuitiv durch den Prozess führt. Ein grundlegendes Verständnis der SORA-Methodik und der Specific-Kategorie ist hilfreich, aber du musst die Regularien nicht im Detail kennen. Wenn du in einem Schritt nicht weiterkommst, kannst du die SORA-Beratung von skyzr in Anspruch nehmen.
Ja. Deine SORA-Entwürfe werden automatisch gespeichert. Du kannst jederzeit unterbrechen und an der gleichen Stelle weitermachen.
Der Report ist bewusst so strukturiert, dass Behörden wie das LBA und die Austro Control ihn effizient bearbeiten können. Die Struktur orientiert sich an den behördlichen Anforderungen. Die finale Entscheidung über die Genehmigung trifft aber immer die zuständige Behörde auf Basis deiner vollständigen Antragsunterlagen.
Ja. Die interaktive Risikokarte in wingman enthält umfangreiche Daten zu Gebieten am Boden, Lufträumen, Hindernissen und mehr – in Österreich inklusive aller GEO-Zonen, in Deutschland mit Informationen zu Flughäfen, Kontrollzonen, Sperrgebieten, Gefahrengebieten, Windkraftanlagen, Ortschaften und Bevölkerungsdichte. Diese Informationen sind auch für die Planung von Flügen in der Open-Kategorie hilfreich – auch ohne eine vollständige SORA durchzuführen. Die Kartenfunktion ist bereits in der kostenlosen Version verfügbar







