Du hast deine Drohne dabei, der Spot sieht perfekt aus – aber darfst du hier überhaupt starten? Diese Frage stellt sich früher oder später jeder Drohnenpilot. Die gute Nachricht: Du kannst sie in wenigen Minuten beantworten, wenn du weißt, wie das System dahinter funktioniert und wo du nachschauen musst.
Das musst du wissen
- Ob du an einem bestimmten Ort fliegen darfst, hängt von sogenannten Geozonen ab – geografische Gebiete mit besonderen Einschränkungen oder Verboten, die jedes EU-Land individuell festlegt.
- Außerhalb dieser Geozonen sind Drohnenflüge in der Open-Kategorie grundsätzlich erlaubt – sofern du die allgemeinen Betriebsvorschriften einhältst (Flughöhe max. 120 m, Sichtverbindung, Abstand zu Menschen).
- In Deutschland prüfst du die Geozonen über die offizielle DIPUL-Karte, in Österreich über die Dronespace-Karte, in der Schweiz über die FOCA-Karte.
- Apps wie DJI Fly oder Map2Fly bieten eine nützliche Orientierung, sind aber nicht rechtsverbindlich.
- Bei konkreten Flugszenarien – etwa über fremden Grundstücken, bei Nacht oder an Silvester – gelten zusätzliche Regeln, die wir in separaten Ratgebern behandeln.
Dieser Artikel ist Teil der Kategorie Flugplanung & Genehmigungen. Wenn du nicht nur wissen willst, wo du fliegen darfst, sondern deinen gesamten Flug von A bis Z vorbereiten möchtest, findest du den vollständigen Prozess in unserem Ratgeber zur Drohnenflugplanung. Die EU-weiten Grundlagen zu Betriebskategorien, Drohnenklassen und Führerscheinen erklärt unser Ratgeber zur EU-Drohnenverordnung.
Was sind Geozonen – und warum gibt es sie?
Das Konzept der Geozonen ist der Schlüssel, um die Frage „Wo darf ich fliegen?“ zu beantworten. Die EU-Drohnenverordnung erlaubt jedem Mitgliedsstaat, sogenannte geografische Gebiete (Geozonen) festzulegen. In diesen Gebieten gelten besondere Bedingungen für Drohnenflüge – von Höhenbeschränkungen über Genehmigungspflichten bis hin zu vollständigen Flugverboten.
Geozonen werden eingerichtet, um die Sicherheit des Luftraums, den Schutz von Personen und den Schutz sensibler Einrichtungen zu gewährleisten. Typische Gründe für eine Geozone sind die Nähe zu einem Flughafen, ein Naturschutzgebiet, eine militärische Einrichtung oder ein Regierungsgebäude.
Jedes EU-Land definiert seine eigenen Geozonen. Deshalb unterscheiden sich die Regeln zwischen Deutschland und Österreich im Detail – auch wenn die EU-Verordnung den gemeinsamen Rahmen bildet.
Das Grundprinzip lautet: Wo keine Geozone markiert ist, darfst du in der Open-Kategorie grundsätzlich fliegen – solange du die allgemeinen Betriebsvorschriften einhältst. Dazu gehören unter anderem eine maximale Flughöhe von 120 Metern über Grund, die ständige Sichtverbindung zur Drohne (VLOS) und die Abstandsregeln deiner Unterkategorie (A1, A2 oder A3).
Wo eine Geozone markiert ist, bedeutet das nicht automatisch ein Flugverbot. Viele Geozonen erlauben Flüge unter bestimmten Bedingungen – zum Beispiel mit einer Flugfreigabe, mit einer bestimmten Drohnenklasse oder unterhalb einer reduzierten Höhengrenze. Die jeweiligen Bedingungen findest du in den offiziellen Karten deines Landes.
So findest du heraus, ob du an deinem Wunschort fliegen darfst
Die schnellste und zuverlässigste Methode ist ein Blick in die offizielle Geozonen-Karte deines Landes. In drei Schritten hast du deine Antwort:
Schritt 1 – Karte öffnen: Öffne die offizielle Geozonen-Karte für dein Land (Links im nächsten Abschnitt). Gib deinen geplanten Startpunkt über die Adresssuche oder Kartennavigation ein.
Schritt 2 – Ergebnis prüfen: Liegt dein Standort in einer oder mehreren Geozonen? Wenn nein: Du darfst dort in der Open-Kategorie fliegen, solange du die allgemeinen Betriebsvorschriften einhältst – also maximale Flughöhe von 120 m, ständige Sichtverbindung zur Drohne und die Abstandsregeln deiner Unterkategorie. Was genau in den Unterkategorien A1, A2 und A3 gilt und welche Anforderungen an dich und deine Drohne gestellt werden, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur Offenen Kategorie. Wenn ja: Welche Art von Zone ist es? Welche Bedingungen gelten? In den offiziellen Karten kannst du auf die markierten Zonen klicken und erhältst die konkreten Voraussetzungen für einen Drohnenflug an diesem Ort.
Schritt 3 – Bei Geozone: Entscheidung treffen: Kannst du die genannten Bedingungen einhalten? Dann ist der Flug dort erlaubt. Wenn nicht: Brauchst du eine Genehmigung? Bei wem? Oder wählst du einen anderen Standort? Die Karten liefern dir in der Regel auch die weiterführenden Informationen zu Anträgen und zuständigen Stellen.
Tipp: Gewöhne dir an, diese Prüfung vor jedem Flug durchzuführen – auch an Orten, die du bereits kennst. Geozonen können sich ändern, temporäre Einschränkungen (z. B. durch Großveranstaltungen oder Militärübungen) kommen kurzfristig hinzu.
Offizielle Karten nach Land
Deutschland
Für Deutschland ist die DIPUL-Karte unter dipul.de die einzige rechtsverbindliche Darstellung aller Geozonen gemäß § 21h der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO). Du kannst dort deinen Standort eingeben und siehst sofort, welche Einschränkungen gelten und welche Voraussetzungen du für einen Flug erfüllen musst.
Alle Details zu den deutschen Geozonen-Typen (Flughäfen, Kontrollzonen, Naturschutzgebiete, Wohngrundstücke, Infrastruktur und mehr), zur Nutzung der DIPUL-Karte und zu den Ausnahmegenehmigungen findest du in unserem Ratgeber zu den Drohnen Gesetzen in Deutschland.
Österreich
In Österreich zeigt die Dronespace-Karte der Austro Control unter map.dronespace.at alle Geozonen und Luftraumbeschränkungen. Die zugehörige Dronespace-App (für iOS und Android) bietet zusätzlich einen Quick-Check, Flugplan-Einreichung und digitale Flugfreigaben in Kontrollzonen.
Die vollständige Übersicht über die AT-spezifischen Zonentypen (Kontrollzonen, Sicherheitszonen, Flugbeschränkungsgebiete, militärische Zonen), die Dronespace-App und das Bewilligungsverfahren findest du in unserem Ratgeber zu den Drohnen Gesetzen in Österreich.
Schweiz
Die Schweiz ist zwar nicht Teil der EU, wendet aber weitgehend vergleichbare Drohnenregeln an (basierend auf den EASA-Vorschriften). Die offizielle Karte des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) findest du unter map.geo.admin.ch. Dort werden Kontrollzonen, Naturschutzgebiete und weitere Einschränkungen für Drohnenflüge in der Schweiz angezeigt. Beachte, dass in der Schweiz teilweise abweichende nationale Regelungen gelten – eine Registrierung über das BAZL ist erforderlich.
Apps zur Flugplanung
Neben den offiziellen Geozonen-Karten gibt es eine Reihe von Apps, die dir die Flugplanung erleichtern. Viele ermöglichen über eine Standortsuche die direkte Anzeige aller relevanten Einschränkungen für dein geplantes Fluggebiet. So erkennst du schnell, was du beachten musst und ob du Genehmigungen brauchst.
Welche Apps sich für welchen Zweck eignen und welche wir aus unserer Erfahrung empfehlen, haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt: Die besten Apps für Drohnenpiloten.
Fehler vermeiden: Verlass dich niemals ausschließlich auf eine einzelne App. Nutze die offizielle Karte deines Landes als primäre Quelle und Apps als ergänzendes Werkzeug. Manche Apps haben veraltete Daten, blenden bestimmte Zonentypen nicht ein oder zeigen temporäre Einschränkungen nicht an.
Typische Flugszenarien – was gilt wo?
Neben der allgemeinen Geozonen-Prüfung gibt es eine Reihe von Flugszenarien, zu denen Drohnenpiloten besonders häufig Fragen haben. Für die wichtigsten haben wir separate Ratgeber erstellt, die die jeweiligen Regeln im Detail erklären:
Rund ums Grundstück:
- Mit der Drohne über fremde Grundstücke fliegen – erlaubt oder nicht?
- Drohne auf eigenem Grundstück fliegen
Besondere Bedingungen:
- Drohne bei Nacht / Dämmerung fliegen – erlaubt oder nicht?
- Drohne fliegen bei schlechtem Wetter – das ist zu beachten
- Drohne an Silvester fliegen – Verbote und Informationen
Erster Flug und gewerblicher Einsatz:
- Tipps für den ersten Drohnenflug – das musst du wissen
- Kommerzielle Drohnenflüge – alle wichtigen Infos
Häufige Fragen zu Geozonen
Grundsätzlich ja – in der Open-Kategorie darfst du in unmarkierten Gebieten fliegen, solange du die allgemeinen Betriebsvorschriften einhältst (120 m Höhe, Sichtverbindung, Abstandsregeln). Bedenke aber, dass auch in unmarkierten Gebieten privatrechtliche Einschränkungen gelten können – zum Beispiel, wenn du über ein fremdes Grundstück fliegen möchtest.
Die Farbsysteme unterscheiden sich zwischen der DIPUL-Karte (Deutschland) und der Dronespace-Karte (Österreich). Beide Karten verwenden unterschiedliche Farben, um verschiedene Zonentypen zu kennzeichnen – etwa Kontrollzonen, Flugbeschränkungsgebiete oder Naturschutzgebiete. Klicke in der jeweiligen Karte auf eine Zone, um die konkreten Bedingungen angezeigt zu bekommen.
Nein, nicht als alleinige Quelle. Apps wie DJI Fly, Map2Fly oder Droniq bieten eine hilfreiche erste Orientierung, sind aber weder vollständig noch rechtsverbindlich. Sie aktualisieren ihre Daten nicht immer zeitgleich mit den Behörden, und temporäre Einschränkungen fehlen häufig. Nutze sie ergänzend, aber prüfe vor jedem Flug die offizielle Karte.
Nicht immer. Einige Geozonen unterscheiden nach Drohnengewicht oder -klasse. In Österreich beispielsweise dürfen Drohnen unter 250 Gramm in Flugbeschränkungsgebieten unter 30 Metern Höhe ohne Bewilligung fliegen. In Deutschland gelten in manchen Gebieten Ausnahmen für Drohnen ohne Kamera unter 250 Gramm. Die Details findest du in den jeweiligen Länder-Artikeln.
Der Betrieb ohne die erforderlichen Genehmigungen oder unter Missachtung der Bedingungen ist eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Land und Schwere des Verstoßes drohen Bußgelder bis zu mehreren tausend Euro. In besonders schweren Fällen – etwa in der Nähe von Flughäfen – kann es auch strafrechtliche Konsequenzen geben.
Zusammenfassung
- Geozonen sind der Schlüssel: Ob du an einem Ort fliegen darfst, hängt davon ab, ob er in einer Geozone liegt und welche Bedingungen dort gelten.
- Keine Geozone = grundsätzlich erlaubt: Außerhalb markierter Zonen darfst du in der Open-Kategorie fliegen, solange du die allgemeinen Vorschriften einhältst (120 m Höhe, VLOS, Abstandsregeln).
- Geozone ≠ Flugverbot: Viele Geozonen erlauben Flüge unter bestimmten Bedingungen – prüfe die Details in der offiziellen Karte.
- Offizielle Karten nutzen: DIPUL (Deutschland), Dronespace (Österreich), FOCA (Schweiz) – das sind deine rechtsverbindlichen Quellen.
- Apps sind Hilfsmittel, keine Rechtsgrundlage: DJI Fly, Map2Fly und Co. ergänzen, ersetzen aber nicht die offizielle Karte.
- Vor jedem Flug prüfen: Geozonen können sich ändern – mach die Kartenprüfung zur Routine.
Prüfe jetzt deinen nächsten Flugort in der offiziellen Karte deines Landes: DIPUL für Deutschland | Dronespace für Österreich | FOCA-Karte für die Schweiz. Und wenn du deinen gesamten Flug professionell planen möchtest – von der Zieldefinition bis zum Equipment-Check – hilft dir unser Ratgeber zur Drohnenflugplanung weiter.

Die gesamte deutsche Küste ist eine grüne Geozone 1 also kann diese auch nicht über flogen werden ?? Naturschutzbehörde sagt es darf nirgendswo an den Küsten geflogen werden!! Warum immer alles verbieten??? kann da jemand bei Helfen bei dem Thema??