Du hast deine erste Drohne ausgepackt, die Akkus sind geladen, und du kannst es kaum erwarten, endlich abzuheben. Doch bevor du startest, kommen die Fragen: Brauche ich eine Versicherung? Muss ich mich irgendwo anmelden? Und darf ich hier überhaupt fliegen? Keine Sorge – mit der richtigen Vorbereitung wird dein erster Drohnenflug ein voller Erfolg.
Das musst du wissen
Dieser Ratgeber richtet sich an Drohnen-Einsteiger, die ihren ersten Flug vorbereiten.
- Versicherung ist Pflicht – ohne Haftpflichtversicherung darfst du nicht fliegen (Strafe bis 50.000 €)
- Registrierung beim LBA – für Drohnen ab 250 g oder mit Kamera erforderlich (Kosten: 20 €)
- Drohnenführerschein – abhängig von Gewicht und Drohnenklasse (ab 25 €)
- Flughöhe und Sichtweite – maximal 120 m hoch, immer in Sichtweite bleiben
- Flugzonen prüfen – nicht überall ist Fliegen erlaubt
Die richtige Drohne für Einsteiger
Wenn du noch vor der Kaufentscheidung stehst, lohnt sich ein Blick auf die Drohnenklassen. Seit 2024 sind diese entscheidend für deine Pflichten als Pilot.
C0-Drohnen (unter 250 g) wie die DJI Mini-Serie bieten den einfachsten Einstieg: Du brauchst keinen Drohnenführerschein und darfst in der Kategorie OPEN A1 fliegen – also auch in der Nähe von Menschen und Wohngebieten.
C1-Drohnen (bis 900 g) erfordern den EU-Kompetenznachweis A1/A3, bieten dafür aber ebenfalls A1-Privilegien.
Schwerere Drohnen (C2, C3) haben mehr Einschränkungen und erfordern größere Abstände zu Wohngebieten.
Unsere interaktive Drohnen-Kaufberatung hilft dir schnell eine passende Drohne zu finden.
💡 Tipp: Für Einsteiger sind C0-Drohnen wie die DJI Mini 4 Pro ideal: Sie liefern hervorragende Bildqualität, sind leicht zu fliegen und haben die geringsten bürokratischen Hürden.
Drohnen-Haftpflichtversicherung: Ohne geht nichts
Die Drohnen-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben – für jede Drohne, unabhängig von Größe und Gewicht. Ohne gültigen Versicherungsschutz darfst du nicht starten.
Für Schäden, die durch deine Drohne entstehen, haftest du als Pilot persönlich. Im schlimmsten Fall können das schnell sechsstellige Beträge werden – etwa wenn deine Drohne ein Fahrzeug beschädigt oder eine Person verletzt.
Gute Nachricht: Viele aktuelle Privathaftpflichtversicherungen enthalten bereits eine Drohnenklausel für private Nutzung bis 5 kg. Prüfe deine bestehende Police oder frage bei deinem Versicherer nach.
Falls deine Privathaftpflicht Drohnen nicht abdeckt, gibt es spezielle Drohnenversicherungen bereits ab etwa 25 Euro pro Jahr. Weitere Informationen findest du in unserem Ratgeber zur Drohnen-Haftpflichtversicherung.
⚠️ Achtung: Fliegen ohne Versicherung ist eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen Bußgelder – auch wenn kein Schaden entstanden ist.
EU-Drohnenverordnung: Die wichtigsten Regeln
Seit dem 31. Dezember 2020 gilt die EU-Drohnenverordnung in Deutschland. Sie bildet die rechtliche Grundlage für alle Drohnenflüge und hat zum 1. Januar 2024 wichtige Änderungen erfahren.
Was seit 2024 gilt:
Die Übergangsregelung für sogenannte Bestandsdrohnen ist ausgelaufen. Das bedeutet: Ältere Drohnen ohne C-Klassifizierung (wie DJI Mavic 2, Air 2S oder Phantom 4) dürfen nur noch in der Unterkategorie OPEN A3 fliegen. Dabei musst du einen Mindestabstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten einhalten.
Ausnahme: Drohnen unter 250 g sind davon nicht betroffen und dürfen weiterhin in OPEN A1 fliegen – auch ohne C-Kennzeichnung.
Alle Details zur aktuellen Rechtslage findest du in unserem umfassenden Ratgeber zur EU-Drohnenverordnung.
Registrierung als Drohnenbetreiber
Nach der Versicherung folgt der nächste Schritt: die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA). Die Registrierung ist verpflichtend, wenn deine Drohne:
- eine Startmasse von 250 g oder mehr hat, oder
- mit einer Kamera oder anderen Sensoren zur Erfassung personenbezogener Daten ausgestattet ist
Das trifft auf nahezu alle gängigen Drohnen zu – auch auf leichte Modelle wie die DJI Mini-Serie, da diese eine Kamera haben.
So funktioniert die Registrierung:
- Registriere dich online im Portal des LBA
- Lade ein Ausweisdokument hoch
- Gib deine Versicherungsnummer an
- Zahle die Gebühr (20 € für Privatpersonen, 50 € für Unternehmen)
Nach der Registrierung erhältst du deine eID (elektronische Betreiber-ID). Diese musst du sichtbar an jeder deiner Drohnen anbringen – zum Beispiel mit einem kleinen Aufkleber oder einer Plakette.
Weitere Details findest du in unserem Artikel zur Registrierung als Drohnenbetreiber.
Brauche ich einen Drohnenführerschein?
Das hängt von deiner Drohne ab. Die EU-Drohnenverordnung kennt zwei Nachweise:
EU-Kompetenznachweis A1/A3 (kleiner Drohnenführerschein)
- Erforderlich für Drohnen ab 250 g
- Online-Prüfung direkt beim LBA
- Kosten: 25 €
- Gültigkeit: 5 Jahre
EU-Fernpiloten-Zeugnis A2 (großer Drohnenführerschein)
- Optional für C2-Drohnen, um näher an Menschen fliegen zu dürfen
- Prüfung bei einer zertifizierten Prüfstelle
- Kosten: ca. 100–250 € (inkl. Schulung)
- Gültigkeit: 5 Jahre
Wann brauchst du keinen Führerschein?
Für C0-Drohnen unter 250 g (wie DJI Mini 4 Pro oder DJI Neo) ist kein Drohnenführerschein erforderlich. Du darfst direkt in der Kategorie OPEN A1 fliegen.
Alle Informationen zu den Führerscheinen findest du in unserem Ratgeber zu EU-Kompetenznachweis und EU-Fernpiloten-Zeugnis.
Flughöhe und Flugweite
In der offenen Kategorie (OPEN) gelten klare Grenzen:
Maximale Flughöhe: 120 Meter über Grund. Die meisten Consumer-Drohnen haben diese Begrenzung bereits in der Software eingestellt.
Sichtweite (VLOS): Du musst deine Drohne jederzeit mit bloßem Auge sehen können – ohne Hilfsmittel wie Ferngläser. In der Praxis bedeutet das je nach Drohnengröße und Sichtbedingungen etwa 300–500 Meter Entfernung.
Ausnahme FPV: Beim Fliegen mit Videobrille (First Person View) bis 30 Meter Höhe gilt dies als Sichtflug, wenn du die Drohne theoretisch noch sehen könntest. Darüber hinaus brauchst du einen Spotter, der die Drohne im Blick behält.
Wo darf ich fliegen?
Nicht überall ist das Fliegen erlaubt. Bevor du startest, solltest du den geplanten Flugort prüfen.
Generell verboten oder eingeschränkt:
- In der Nähe von Flughäfen und Flugplätzen
- Über Menschenansammlungen
- Über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften
- In Naturschutzgebieten
- Über Industrieanlagen, Kraftwerken und Gefängnissen und mehr
Tools zur Flugplanung:
Nutze die offizielle DIPUL-Karte, um Flugverbotszonen in deiner Nähe zu prüfen. So vermeidest du böse Überraschungen.
Ausführliche Informationen findest du in unserem Ratgeber: Wo darf ich mit meiner Drohne fliegen?
Fliegen auf dem eigenen Grundstück
Grundsätzlich ist das Fliegen auf dem eigenen Grundstück erlaubt. Achte aber darauf, ob dein Grundstück in einer Flugverbotszone liegt – diese gelten auch für Privatgrundstücke.
Bei Drohnen in der Unterkategorie A3 (Bestandsdrohnen über 250 g ohne C-Kennzeichnung) gilt außerdem der 150-Meter-Abstand zu Wohngebieten – das kann auch dein eigenes Wohngebiet betreffen.
Fliegen über fremden Grundstücken
Ohne ausdrückliche Erlaubnis des Grundstücksbesitzers darfst du nicht über fremde Wohngrundstücke fliegen. Das gilt auch für kurze Überflüge.
Drohne startklar machen: Technik-Check vor dem Flug
Wenn alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, geht es an die praktische Vorbereitung. Diese Punkte solltest du vor jedem Flug prüfen:
Vor dem allerersten Flug:
- Entferne alle Transportsicherungen (Kameraabdeckung, Gimbal-Halter, Propeller-Schutz)
- Aktiviere deine Drohne in der Hersteller-App
- Gib deine eID in die Drohnen-Software ein (bei Drohnen mit Remote-ID)
Vor jedem Flug:
- Akkus vollständig laden (Drohne und Fernsteuerung)
- Firmware und App auf aktuellem Stand?
- Propeller auf Beschädigungen prüfen
- Sensoren und Kamera sauber?
- Start- und Landeplatz frei von Hindernissen?
💡 Tipp: Erstelle dir eine persönliche Checkliste, die du vor jedem Flug durchgehst. Das wird schnell zur Routine und verhindert vermeidbare Fehler. Eine gute Starthilfe bietet dir unser Download – Checkliste vor dem Drohnenflug.
Wetter: So planst du sichere Flugbedingungen
Das Wetter spielt eine wichtige Rolle für einen sicheren Drohnenflug.
Ideale Bedingungen:
- Windgeschwindigkeit unter 10 m/s (bei leichten Drohnen unter 250 g besser unter 8 m/s)
- Kein Regen oder Schnee
- Gute Sicht (kein Nebel)
- Temperaturen zwischen 0 °C und 40 °C
Darauf solltest du achten:
Bei niedrigen Temperaturen verringert sich die Akkukapazität deutlich. Halte Ersatzakkus warm (zum Beispiel in der Jackentasche) und plane kürzere Flugzeiten ein.
Starker Wind ist besonders für leichte Drohnen gefährlich. Wenn deine Drohne sichtbar gegen den Wind kämpft, solltest du den Flug abbrechen.
Mehr dazu in unserem Artikel: Drohne fliegen bei schlechtem Wetter. Mit einem kostenlosen skyzr Account erhältst du übrigens einen kostenloses Wetterservice. Dabei werden automatisch die technischen Daten deiner Drohne berücksichtigt, was dir einen schnellen Check ermöglicht.
Bildrechte bei Drohnenaufnahmen
Beim Thema Bildrechte gelten für Drohnenaufnahmen grundsätzlich dieselben Regeln wie für normale Fotografie – mit einigen Besonderheiten.
Personen fotografieren:
Sind einzelne Personen auf deinen Aufnahmen deutlich erkennbar, brauchst du deren Einwilligung zur Veröffentlichung. Bei Aufnahmen aus größerer Höhe, auf denen Personen nicht identifizierbar sind, ist das in der Regel unproblematisch.
Gebäude und Grundstücke:
Die Panoramafreiheit gilt nur für Aufnahmen, die von öffentlichen Wegen aus ohne Hilfsmittel möglich wären. Drohnenaufnahmen zeigen oft mehr, als man von der Straße sehen würde – in diesem Fall brauchst du die Erlaubnis des Eigentümers.
Bei Veröffentlichung oder Verkauf:
Wenn du deine Aufnahmen veröffentlichen oder verkaufen möchtest, informiere dich vorab über die rechtlichen Details. Im Zweifel hilft eine Rechtsberatung.
Kosten im Überblick
Hier siehst du, welche Kosten auf dich zukommen:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Registrierung beim LBA | 20 € (einmalig) |
| EU-Kompetenznachweis A1/A3 | 25 € |
| EU-Fernpiloten-Zeugnis A2 (optional) | 100–250 € |
| Drohnen-Haftpflichtversicherung | ab 25 €/Jahr |
| Drohnen-Kennzeichen/Plakette | 5–15 € |
Für Einsteiger mit C0-Drohne: Registrierung (20 €) + Versicherung (ab 25 €/Jahr) = ab 45 € im ersten Jahr
Zusammenfassung
- Versicherung ist Pflicht – prüfe deine Privathaftpflicht oder schließe eine separate Drohnenversicherung ab
- Registrierung beim LBA für alle Drohnen ab 250 g oder mit Kamera (Kosten: 20 €)
- Drohnenführerschein A1/A3 erforderlich ab 250 g – außer für C0-Drohnen unter 250 g
- Maximale Flughöhe: 120 Meter, immer in Sichtweite fliegen
- Flugzonen vor dem Start prüfen – Die offizielle Karte von DIPUL hilft für einen sicheren Check
- Technik-Check vor jedem Flug – Akkus, Firmware, Propeller kontrollieren
Häufige Fragen zum ersten Drohnenflug
Das hängt von deiner Drohne ab. Für C0-Drohnen unter 250 g (wie DJI Mini 4 Pro) brauchst du keinen Führerschein. Für schwerere Drohnen ist der EU-Kompetenznachweis A1/A3 erforderlich, den du online beim LBA für 25 € erwerben kannst.
Grundsätzlich ja. Achte aber darauf, ob dein Grundstück in einer Flugverbotszone liegt. Bei Drohnen über 250 g ohne C-Kennzeichnung musst du außerdem 150 m Abstand zu Wohngebieten halten – auch zum eigenen.
Das ist eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern bis zu 50.000 €. Zusätzlich haftest du im Schadensfall persönlich und unbegrenzt.
Du musst deine Drohne immer in Sichtweite halten und ohne Hilfsmittel (wie Fernglas) sehen können. In der Praxis sind das je nach Drohnengröße und Wetterbedingungen etwa 300–500 Meter.
Bereit für den ersten Flug?
Mit Versicherung, Registrierung und dem richtigen Wissen bist du bestens vorbereitet. Starte mit kurzen Flügen an einem übersichtlichen Ort, um dich mit deiner Drohne vertraut zu machen.
In unserem Ratgeber zur EU-Drohnenverordnung findest du alle Details zu den aktuellen Regeln. Mit unserem Ratgeber Drohne fliegen lernen: Der ultimative Guide für Anfänger geben wir dir praktische Tipps fürs fliegen.
Übrigens: Wenn du deine Flüge dokumentieren möchtest, unterstützt dich das digitale Flugbuch von skyzr dabei, den Überblick zu behalten.
Guten Flug!
