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Flugplanung & Genehmigungen

Drohne im Naturschutzgebiet fliegen: Was ist erlaubt?

DimitriVON DimitriVERÖFFENTLICHT 4 MIN. LESEZEIT
drohne im naturschutzgebiet karte prüfen
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Der Spot sieht perfekt aus, doch auf der Karte liegt er mitten in einem Naturschutzgebiet. Darfst du hier fliegen, oder brauchst du eine Genehmigung?

Kurz gesagt: In Deutschland darfst du eine Drohne über einem Naturschutzgebiet nur fliegen, wenn die zuständige Naturschutzbehörde zustimmt, das Landesrecht es abweichend regelt oder eine enge gesetzliche Ausnahme greift. Für Freizeitflüge kommt diese Ausnahme nicht infrage. In Österreich regelt jedes Bundesland den Naturschutz selbst, deshalb klärst du Flüge dort vorab mit der zuständigen Landesbehörde.

Dieser Beitrag gibt den Stand September 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Behörde.

Wie die Prüfung von Schutzgebieten in deine gesamte Flugvorbereitung passt, zeigt unser Ratgeber zur Flugplanung.

Wann du in Deutschland über Naturschutzgebieten fliegen darfst

Die Grundlage ist § 21h Abs. 3 Nr. 6 der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO). Die Regel betrifft nicht nur Naturschutzgebiete, sondern auch Nationalparks sowie FFH- und Vogelschutzgebiete (Natura 2000). Sie gilt sowohl in der offenen Kategorie als auch in der speziellen Kategorie.

Erlaubt ist der Betrieb über diesen Gebieten in drei Fällen:

  1. Die zuständige Naturschutzbehörde hat dem Flug ausdrücklich zugestimmt.
  2. Das Landesrecht regelt den Drohnenbetrieb in dem Gebiet abweichend.
  3. Alle vier Bedingungen der gesetzlichen Ausnahme sind erfüllt. In Nationalparks gibt es diese Ausnahme nicht.

Die vier Bedingungen gelten nur gemeinsam: Der Flug dient nicht dem Sport oder der Freizeit, er findet in mehr als 100 Metern Höhe statt, du kennst den Schutzzweck des Gebiets und berücksichtigst ihn angemessen, und der Überflug ist für den Zweck des Einsatzes unumgänglich. Das kann etwa bei der Inspektion einer Stromtrasse zutreffen, die durch ein FFH-Gebiet verläuft. Für Landschaftsaufnahmen am Wochenende bleibt dagegen in der Regel nur der Weg über die Zustimmung der Behörde.

💡 Tipp: In der offenen Kategorie darfst du maximal 120 Meter hoch fliegen. Für die gesetzliche Ausnahme bleibt dir also nur ein Höhenband von mehr als 100 bis maximal 120 Metern. Reicht das für deine Aufnahmen nicht, plane die Zustimmung von Anfang an ein.

Möglich macht solche nationalen Regeln Artikel 15 der EU-Durchführungsverordnung 2019/947, der geografische UAS-Gebiete unter anderem zum Schutz der Umwelt erlaubt. Den Rahmen dazu erklärt unser Ratgeber zur EU-Drohnenverordnung.

Drohne im Naturschutzgebiet in Österreich: Das Landesrecht entscheidet

In Österreich ermöglicht § 24j Abs. 2 des Luftfahrtgesetzes (LFG), geografische UAS-Gebiete per Verordnung festzulegen. Eine bundesweite Naturschutzregel wie § 21h LuftVO gibt es dort aber nicht. Den Naturschutz regeln die neun Bundesländer in eigenen Naturschutz- und Nationalparkgesetzen sowie in Schutzgebietsverordnungen.

Austro Control verweist auf dronespace.at deshalb für Flüge in Naturschutzgebieten an die zuständigen Stellen, oftmals die Landesregierung. Ein Beispiel ist der Neusiedler See: Laut der Übersicht der Flugbeschränkungsgebiete auf dronespace.at gelten dort die naturschutzrechtlichen Bestimmungen jederzeit, vor dem Flug brauchst du eine Genehmigung der Burgenländischen Landesregierung.

So prüfst du deinen Flugort und holst die Zustimmung ein

  1. Flugort prüfen: Mit der kostenlosen Drohnenkarte auf der skyzr-Startseite siehst du schnell, ob deine Route ein Schutzgebiet berührt. Die verbindlichen Gebietsgrenzen findest du im Map Tool von DIPUL für Deutschland und auf dronespace.at für Österreich.
  2. Zuständige Behörde finden: In Deutschland ist meist die untere Naturschutzbehörde beim Landkreis oder bei der kreisfreien Stadt dein Ansprechpartner. Das Bundesamt für Naturschutz listet zusätzlich die zuständigen Landesministerien. In Österreich wendest du dich an die Stelle, die das jeweilige Landesgesetz bestimmt.
  3. Antrag vorbereiten: Welche Unterlagen du einreichen musst, legt die zuständige Behörde fest. Der Landkreis Havelland verlangt zum Beispiel: Begründung des Vorhabens, Zeitpunkt und Dauer der Flüge, eine Karte mit Route sowie Start- und Landepunkt, technische Daten der Drohne und einen Nachweis deiner Flugbefähigung. Die Bearbeitung dauert dort bis zu einem Monat.
drohne im naturschutzgebiet karte prüfen

⚠️ Fehler vermeiden: Eine Zustimmung ersetzt nicht das Artenschutzrecht. Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, europäisch geschützte Arten wie heimische Vögel oder Fledermäuse erheblich zu stören. Plane Flüge deshalb möglichst außerhalb der Brutzeit und halte Abstand zu Rastplätzen.

Du planst einen Flug in der Natur? Prüfe deine Route vorab mit der kostenlosen Drohnenkarte auf skyzr, dann weißt du sofort, ob ein Schutzgebiet betroffen ist.

Häufige Fragen zu Drohnen im Naturschutzgebiet

Darf ich neben einem Naturschutzgebiet starten und hineinfilmen?

In Deutschland erfasst § 21h LuftVO nur den Luftraum über dem Gebiet, einen seitlichen Mindestabstand nennt die Vorschrift hier nicht. Artenschutzrecht und alle übrigen Flugregeln gelten trotzdem. In Österreich hängt die Antwort vom jeweiligen Landesrecht ab.

Gilt das auch für Landschaftsschutzgebiete und Naturparks?

§ 21h LuftVO nennt sie nicht. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2023 entschieden, dass Naturschutzbehörden keine Flugbeschränkungen per Schutzgebietsverordnung anordnen dürfen. Ob Drohnenverbote in solchen Verordnungen damit generell unwirksam sind, wird laut bayerischem Umweltministerium noch diskutiert. Achte außerdem darauf, dass sich Landschaftsschutzgebiete oft mit Natura-2000-Gebieten überschneiden.

Was droht bei einem Verstoß?

In Deutschland ist ein Flug entgegen § 21h Abs. 3 LuftVO eine Ordnungswidrigkeit nach § 44 LuftVO. Laut § 58 Luftverkehrsgesetz drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld. In Österreich richten sich die Strafen nach dem jeweiligen Landesrecht.

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