Stell dir vor: Nach einem Sturm bemerkst du lose Dachziegel an deinem Gebäude. Eine Inspektion ist dringend nötig, doch allein das Aufstellen eines Gerüsts dauert Tage und kostet schnell mehrere Tausend Euro. Oder du bist Drohnenpilot und fragst dich, wie du professionelle Inspektionsaufträge an Fassaden und Dächern durchführst. Genau hier setzen Drohnen an und verändern die Art, wie Inspektionen heute ablaufen.
Das musst du wissen
- Drohneninspektionen ersetzen teure Gerüste und Hebebühnen und sind deutlich schneller, sicherer und günstiger als herkömmliche Methoden.
- Die Kosten für eine drohnengestützte Inspektion liegen typischerweise zwischen 150 und 1.500 Euro, abhängig von Umfang und Objektgröße.
- Der Pilot bleibt am Boden – Absturzrisiken, die bei herkömmlichen Methoden die häufigste Ursache für tödliche Arbeitsunfälle am Bau sind, entfallen vollständig.
- Moderne Drohnen liefern neben Fotos und Videos auch Wärmebilder, 3D-Modelle und Orthofotos für eine umfassende Analyse.
- In Deutschland und Österreich bestehen gesetzliche Pflichten zur Gebäudeerhaltung, die regelmäßige Inspektionen erfordern.
Dieser Ratgeber richtet sich an Immobilieneigentümer, Hausverwaltungen und Auftraggeber, die sich über drohnengestützte Inspektionen informieren möchten, sowie an Drohnenpiloten, die in diesem wachsenden Marktsegment Fuß fassen wollen.
Dieser Artikel ist Teil unseres umfassenden Ratgebers zu den Einsatzgebieten von Drohnen. Eine detaillierte Übersicht zum Einsatz von Drohnen speziell in der Immobilienbranche findest du in unserem Ratgeber zu Drohnen in der Immobilienbranche.
Warum Drohnen bei Fassaden- und Dachinspektionen einsetzen?
Herkömmliche Inspektionen an Fassaden und Dächern erfordern in der Regel Gerüste, Hebebühnen oder Leitern, bevor eine qualifizierte Person den Aufstieg wagen kann. Das kostet Zeit, Geld und birgt erhebliche Risiken. Eine Drohne hingegen ermöglicht es einem einzigen Piloten, das gesamte Gebäude vom Boden aus zu inspizieren, ohne dass schweres Gerät aufgebaut werden muss.
Die Vorteile im Überblick:
- Kostengünstiger: Eine Inspektion ist mit einer Person und ohne zusätzliche Geräte wie Hebebühne oder Gerüst möglich.
- Schneller und flexibler: Kein Auf- und Abbau, keine langen Vorlaufzeiten. Im Idealfall wird die Flugplanung vorab erledigt und am Tag der Inspektion kann direkt geflogen werden.
- Sicherer: Niemand muss auf Dächer klettern oder an Fassaden arbeiten. Das Unfallrisiko sinkt auf null.
- Häufiger durchführbar: Weil der Aufwand geringer ist, lohnen sich auch kürzere Inspektionsintervalle.
- Reproduzierbar: Mit gespeicherten Flugplänen lassen sich Inspektionen teilautomatisiert wiederholen. Das sorgt für vergleichbare Ergebnisse über die Zeit.
- Umfassend dokumentiert: Die Aufnahmen können an Dachdecker, Gutachter oder Versicherungen weitergegeben werden, ohne dass weitere Besichtigungen vor Ort nötig sind.
Ein weiterer Pluspunkt: Mögliche Schäden am Gebäude, die durch den Aufbau von Gerüsten entstehen könnten, sind beim Drohneneinsatz ausgeschlossen.

Die Zahlen untermauern das: Laut den aktuellen Jahreszahlen der BG BAU für 2024 sind Absturzunfälle mit 36 Prozent die häufigste Ursache für tödliche Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft. Bei Gerüstunfällen allein wurden 5.570 meldepflichtige Unfälle registriert. Beim Drohneneinsatz bleibt der Pilot am Boden – dieses Risiko entfällt vollständig. Auch finanziell lohnt sich der Vergleich: Gerüste kosten grob geschätzt 6 bis 12 Euro pro Quadratmeter. Je nachdem, wie viele Seiten eines Gebäudes eingerüstet werden müssen, entstehen schnell Kosten von mehreren Hundert bis Tausend Euro, zuzüglich Anlieferung, Auf- und Abbau und der dafür benötigten Zeit.
💡 Tipp: Regelmäßig stattfindende Inspektionen profitieren besonders von der digitalen Flugplanung. Der geplante Flugpfad lässt sich speichern und bei jeder Inspektion identisch abfliegen. So erhältst du über die Jahre vergleichbare Aufnahmen, mit denen sich Veränderungen an der Gebäudesubstanz präzise nachverfolgen lassen.
Für wen eignen sich Drohneninspektionen an Fassaden und Dächern?
Grundsätzlich profitiert jeder, der ein Gebäude inspizieren lassen muss: private Hausbesitzer, Hauseigentümergemeinschaften, Gutachter, Immobilienverwaltungen, Stadtverwaltungen, Kommunen oder Unternehmen mit eigenen Bürogebäuden und Produktionsstätten.
Inspektionspflichten in Deutschland
In Deutschland besteht für Hausbesitzer eine Verkehrssicherungspflicht. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Eigentümer im Rahmen ihrer Obliegenheitspflichten als Versicherungsnehmer zu regelmäßigen Inspektionen als Vorsorgemaßnahme verpflichtet sind. Wer nicht nachweisen kann, dass das eigene Dach regelmäßig gewartet wurde, kann im Schadensfall Probleme mit seiner Versicherung bekommen.
Inspektionspflichten in Österreich
In Österreich ergibt sich die Pflicht zur Gebäudeerhaltung aus dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB), insbesondere aus den §§ 1319 und 1319a. Liegenschaftseigentümer und Eigentümergemeinschaften müssen dafür Sorge tragen, dass von ihrem Eigentum keine Gefahr für Personen oder deren Eigentum ausgeht.
Für die praktische Umsetzung dieser Pflicht bietet die ÖNORM B1300 eine standardisierte Orientierungshilfe. Sie ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine Empfehlung des Austrian Standards International (ASI), die Eigentümern eine strukturierte Methodik für wiederkehrende Sichtkontrollen und zerstörungsfreie Begutachtungen zur Verfügung stellt (Quelle: Austrian Standards International, ÖNORM B 1300:2018; bestätigt u.a. durch GBV Aktuell: „Bei der ÖNORM B 1300 handelt es sich um eine unverbindliche Empfehlung, da sie bis dato weder per Gesetz noch durch Verordnung für verbindlich erklärt worden ist.“). In der Praxis wird die ÖNORM B1300 allerdings bei Gerichtsverfahren und Versicherungsfällen zunehmend als Mindeststandard herangezogen. Eine regelmäßige Fassaden- und Dachinspektion, ob manuell oder per Drohne, hilft dabei, dieser Pflicht nachzukommen.

Gewährleistung bei Neubau und Sanierung
Ein weiterer wichtiger Fall: Bei der Neuerrichtung oder Sanierung von Fassaden und Dächern gibt das ausführende Unternehmen meist eine mehrjährige Gewährleistung. Schäden, die innerhalb dieses Zeitraums entstehen, werden in der Regel im Rahmen der Gewährleistung repariert. Es lohnt sich daher, vor Ablauf dieser Frist eine Inspektion durchzuführen, um mögliche Schäden rechtzeitig zu erkennen und beheben zu lassen.
⚠️ Häufiger Fehler: Viele Eigentümer versäumen es, vor Ablauf der Gewährleistungsfrist eine professionelle Inspektion durchführen zu lassen. Die Folge: Schäden, die eigentlich vom Bauunternehmen behoben werden müssten, werden erst nach Ablauf der Frist entdeckt und gehen auf eigene Kosten.
Was kostet eine Drohneninspektion? Leistungen und Preise
Die Kosten für einen Drohnenflug variieren je nach Anforderung. Die Basis bilden in der Regel Fotos und Videos. Je nach Bedarf lässt sich dieser Umfang erweitern:
- Fotos und Videos: Hochauflösende Einzelaufnahmen und Videoflüge des gesamten Objekts
- 360°-Panorama: Rundumaufnahmen für eine vollständige Übersicht
- 3D-Modelle: Dreidimensionale Rekonstruktion des Objekts und seiner Umgebung mit Software wie DJI Terra, Pix4D oder Agisoft Metashape
- Wärmebildaufnahmen (Thermografie): Erkennung von Wärmebrücken, Feuchtigkeitsschäden, Isolationsmängeln und defekten PV-Modulen
- Orthofoto: Maßstabsgetreue Luftbildkarte des Dachs oder der Fassade
Zusätzlich bieten viele Dienstleister optionale Leistungen an:
- Auswertung der Aufnahmen mit Markierung schadhafter Stellen
- Professionelle Bearbeitung des Rohmaterials (Bildbearbeitung, Videoschnitt)
- Einholung notwendiger Fluggenehmigungen
- KI-gestützte Schadenserkennung und automatische Klassifizierung von Mängeln
Die Kosten liegen typischerweise im Bereich von 150 bis 1.500 Euro. Der Preis hängt dabei vor allem von der Größe des Objekts, dem gewünschten Leistungsumfang und eventuell notwendigen Sondergenehmigungen ab. Bei Objekten in geografischen UAS-Gebieten mit Flugbeschränkungen können zusätzliche Kosten für die Beantragung von Ausnahmegenehmigungen entstehen.
Detaillierte Informationen zur Flugplanung und zu Genehmigungen haben wir in einem separaten Ratgeber zusammengefasst.
Thermografie: Wärmebilder als besonderer Mehrwert
Ein Einsatzbereich, der bei Fassaden- und Dachinspektionen immer wichtiger wird, ist die Thermografie. Mit einer Wärmebildkamera an der Drohne lassen sich Temperaturunterschiede an der Gebäudeoberfläche sichtbar machen. Das ermöglicht die Erkennung von:
- Wärmebrücken in der Fassadendämmung
- Feuchtigkeitseinschlüssen in Wänden und Dächern
- Defekten Heizungsrohren unter dem Dach
- Fehlerhafte PV-Module auf dem Dach (Hot Spots)
Die Kombination aus visueller Inspektion und Thermografie liefert ein deutlich umfassenderes Bild des Gebäudezustands als reine Fotoaufnahmen. Besonders bei Energieberatungen, Sanierungsplanungen und der regelmäßigen Wartung von Photovoltaikanlagen ist die drohnengestützte Thermografie mittlerweile ein Standardverfahren.
💡 Tipp: Thermografie-Aufnahmen liefern die besten Ergebnisse bei möglichst großem Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenbereich, also idealerweise in der Heizperiode (Oktober bis März) und bei Außentemperaturen unter 5 °C. Aufnahmen in den frühen Morgenstunden vor Sonneneinstrahlung vermeiden Verfälschungen durch aufgewärmte Oberflächen.
Wie läuft eine typische Drohneninspektion ab?
Je nach Gebäude und Anforderung kann der genaue Ablauf variieren. Die grundlegenden Schritte sind jedoch bei den meisten Inspektionen gleich:
1. Planung und Abstimmung
Was soll in welchem Umfang inspiziert werden? Welche Aufnahmearten sind gewünscht? Die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Drohnenpilot ist entscheidend für ein gutes Ergebnis. Nur wenn klar definiert ist, welches Ergebnis gewünscht ist, kann dieses auch erreicht werden.
2. Drohnenpilot finden
Die Auswahl eines geeigneten Piloten ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Über das skyzr Pilotenverzeichnis oder die Auftragsvermittlung lässt sich dieser Schritt deutlich beschleunigen. Worauf du bei der Auswahl achten solltest, erfährst du weiter unten.
3. Durchführung der Inspektion
Der eigentliche Flug ist das Kernelement. Ein gut vorbereiteter Pilot mit klarem Briefing führt die Inspektion systematisch durch, oft unterstützt durch vorab geplante Flugpfade.
4. Nachbearbeitung
Je nach vereinbartem Leistungsumfang werden die Aufnahmen gesichtet, ausgewählt, bearbeitet oder ausgewertet. Bei reinen Rohaufnahmen beschränkt sich dieser Schritt auf die Auswahl der relevantesten Bilder. Bei umfangreicheren Aufträgen können 3D-Modelle erstellt, Schadstellen markiert oder Wärmebilder analysiert werden.
5. Abschlussbericht und Übergabe
Die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst und zusammen mit den Aufnahmen an den Auftraggeber übermittelt. Je nach Qualifikation des Piloten und vereinbartem Umfang können bereits im Bericht Schadstellen markiert und kommentiert sein. In vielen Fällen übernimmt der Auftraggeber die Auswertung mit eigenem Fachpersonal oder gibt das Material an Dritte (z. B. Dachdecker oder Gutachter) weiter. Dieser Punkt sollte bei der Beauftragung gleich geklärt werden.
Den richtigen Drohnenpiloten finden
Die Suche nach einem passenden Drohnenpiloten kann sich als knifflig herausstellen, besonders dann, wenn du zum ersten Mal eine Drohneninspektion beauftragst. Wo beginnt man mit der Suche? Woran erkennt man einen geeigneten Dienstleister? Ausführliche Tipps dazu findest du in unserem Ratgeber Wie finde ich einen Drohnenpiloten?. Die wichtigsten Punkte hier im Überblick.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
- Erfahrung prüfen: Lass dir bisherige Arbeiten zeigen, idealerweise aus dem Inspektionsbereich. Ein Pilot, der bereits Dach- und Fassadeninspektionen, Thermografie-Aufnahmen oder Schadensberichte erstellt hat, kennt die Anforderungen und liefert bessere Ergebnisse.
- Qualifikationen sicherstellen: Der Pilot sollte über den EU-Drohnenführerschein (EU-Kompetenznachweis bzw. Fernpilotenzeugnis A2) und eine gültige Drohnen-Haftpflichtversicherung verfügen.
- Regionale Nähe bevorzugen: Piloten aus der Region kennen oft die lokalen Gegebenheiten und verfügen bereits über relevante Genehmigungen für häufig angeflogene Zonen.
- Leistungsumfang klären: Besprich vorab, welche Aufnahmearten, Nachbearbeitung und Nutzungsrechte im Angebot enthalten sind und ob der Pilot auch die Genehmigungsbeantragung übernimmt.
- Equipment prüfen: Verfügt der Pilot über eine geeignete Drohne für die geplante Inspektion? Für einfache Sichtprüfungen reicht eine hochauflösende Kameradrohne, für Thermografie wird eine Drohne mit Wärmebildkamera benötigt.
💡 Tipp: Drohnenpiloten aus der Region haben häufig bereits Genehmigungen für lokale Flugzonen. Das spart Zeit und kann die Kosten für den Einsatz reduzieren.
Drohnenpiloten über skyzr finden
Statt aufwändig selbst zu recherchieren, bietet skyzr drei Wege, um schnell an den passenden Drohnendienstleister zu kommen:
1. Pilotenverzeichnis durchsuchen: Im öffentlichen skyzr Pilotenverzeichnis findest du registrierte und durch skyzr geprüfte Drohnenpiloten in deiner Region. Du kannst die Profile direkt einsehen, bisherige Referenzen prüfen und den Piloten kontaktieren.
2. Auftrag über flightstack ausschreiben: Du weißt, was du brauchst, aber nicht, wer es umsetzt? Über die Auftragsvermittlung auf flightstack kannst du deinen Bedarf in wenigen Schritten veröffentlichen. Du erhältst daraufhin vergleichbare Angebote von passenden Piloten und wählst das für dich beste aus.
3. End-to-End-Drohnenservice: Wenn du den gesamten Prozess abgeben möchtest – von der Planung über die Durchführung bis zur Nachbearbeitung – ist der E2E-Drohnenservice von skyzr die bequemste Option. skyzr übernimmt die Koordination, stellt den passenden Piloten bereit und liefert dir das fertige Ergebnis. Besonders geeignet für Auftraggeber, die regelmäßig Inspektionen benötigen oder sich nicht selbst mit den Details befassen möchten.
Inspektionen als Spezialisierung für Drohnenpiloten
Falls du selbst als Drohnenpilot tätig bist oder es werden möchtest: Der Inspektionsbereich gehört zu den nachfragestärksten und stabilsten Einsatzgebieten für gewerbliche Drohnenpiloten. Die Aufträge sind planbar, die Einsätze wiederkehrend und die Einstiegshürde ist mit einer geeigneten Drohne und dem passenden Know-how überschaubar.
Die wichtigsten Voraussetzungen sind der EU-Kompetenznachweis (A1/A3) bzw. das Fernpilotenzeugnis (A2), eine Drohnen-Haftpflichtversicherung und ein überzeugendes Portfolio mit Referenzaufnahmen aus dem Inspektionsbereich. Wer zusätzlich Thermografie-Kompetenz aufbaut, kann sich deutlich von der Konkurrenz abheben und höhere Preise durchsetzen. Weitere Informationen zur beruflichen Positionierung findest du in unserem Ratgeber Geld verdienen mit Drohnen.
Rechtliche Aspekte bei der Drohneninspektion
Bei aller Planung dürfen die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht außer Acht gelassen werden. Ein professioneller Drohnenpilot kennt diese Punkte, aber auch als Auftraggeber solltest du die wichtigsten Aspekte kennen.
EU-Drohnenverordnung
Die seit Ende 2020 in der EU geltende Drohnenverordnung (Durchführungsverordnung (EU) 2019/947) bildet die Rechtsgrundlage für den Drohnenbetrieb. Sie unterteilt den Betrieb in drei Kategorien (Open, Specific, Certified) und definiert Vorgaben zu Pilotenqualifikation, Registrierung und Betriebsbedingungen.
Seit dem 1. Januar 2024 gelten verschärfte Regeln für Bestandsdrohnen ohne C-Klassenkennzeichnung (C0 bis C4). Für die meisten Inspektionen im städtischen Umfeld ist mindestens der EU-Kompetenznachweis (A1/A3) erforderlich, für Flüge in der Nähe von Personen das EU-Fernpiloten-Zeugnis (A2). Alle Details zur aktuellen Rechtslage haben wir in unserem Ratgeber zur EU-Drohnenverordnung zusammengefasst.
Diese EU-weiten Vorgaben werden durch nationale Regelungen ergänzt. In Deutschland sind die geografischen UAS-Gebiete (Geo-Zonen) in § 21h der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) geregelt. Die verbindliche Darstellung aller Geo-Zonen findest du auf DIPUL.
Genehmigungen
Im Idealfall kümmert sich der beauftragte Drohnenpilot um sämtliche notwendigen Genehmigungen. Das kann je nach Standort mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Daher ist die Planungsphase wichtig: Der Pilot muss vorab einschätzen können, ob und welche Genehmigungen erforderlich sind, denn das beeinflusst sowohl die Kosten als auch den Zeitplan.
Versicherungspflicht
Für den Betrieb von Drohnen ist in der EU eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Als Auftraggeber solltest du sicherstellen, dass der beauftragte Pilot über eine gültige Drohnen-Haftpflichtversicherung verfügt. Im gewerblichen Bereich ist diese Versicherung Pflicht und sollte in den Auftragsunterlagen nachgewiesen werden.
Privatsphäre
Drohnenflüge ermöglichen Perspektiven, die auch unbeabsichtigt Einblicke auf angrenzende Grundstücke gewähren können. Je nach Lage des Objekts und geplanter Flugroute sollte vorab geklärt werden, ob die Erlaubnis der Nachbarn eingeholt werden muss. Ein erfahrener Pilot plant seine Flugroute so, dass die Privatsphäre Dritter gewahrt bleibt.
Urheber- und Nutzungsrechte
Wer besitzt die Rechte an den Aufnahmen? Diese Frage sollte vor dem Auftrag geklärt werden. Drohnenpiloten behalten oft gerne ein Nutzungsrecht an ihren Aufnahmen, um sie für die eigene Kundenakquise nutzen zu dürfen. Wenn das nicht gewünscht ist, sollte das in der Auftragsvereinbarung festgehalten werden.
⚠️ Fehler vermeiden: Kläre vor dem Auftrag schriftlich, wer die Rechte an den Aufnahmen erhält und wofür sie genutzt werden dürfen. Besonders bei Inspektionsaufnahmen, die sensible Gebäudedaten enthalten, ist eine klare Regelung wichtig.
Welche Drohnen eignen sich für Fassaden- und Dachinspektionen?
Die Wahl der richtigen Drohne hängt von der Art und dem Umfang der Inspektion ab. Hier eine Orientierung nach Einsatzzweck (Stand 2026):
Für einfache visuelle Inspektionen (Fotos und Videos): Bereits kompakte Consumer-Drohnen wie die DJI Mini 5 Pro oder die DJI Air 3S liefern eine hervorragende Bildqualität, die für viele Fassaden- und Dachinspektionen ausreicht. Diese Modelle sind leicht, schnell einsatzbereit und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für professionelle Inspektionen mit Detailanforderungen: Die DJI Mavic 4 Pro bietet mit ihrem leistungsstarken Kamerasystem, optischem Zoom und einer Flugzeit von bis zu 51 Minuten die optimale Kombination aus Mobilität und Bildqualität für professionelle Inspektionsflüge.
Für Thermografie und Enterprise-Einsätze: Die DJI Matrice 4T ist seit 2025 das aktuelle Enterprise-Flaggschiff mit integrierter Wärmebildkamera, speziell ausgelegt für Inspektionen und industrielle Anwendungen. Die weiterhin verbreitete DJI Mavic 3 Enterprise (Thermal-Variante) bleibt ebenfalls eine solide Wahl für Piloten, die bereits in dieses System investiert haben.
Für Inspektionen von unten (z. B. Brückenunterseiten, Balkonunterseiten): Für Aufnahmen von unten ist eine Drohne mit nach oben schwenkbarer Kamera nötig. In diesem Bereich gibt es spezialisierte Inspektionsdrohnen verschiedener Hersteller, die für die Inspektion in engen Räumen oder an schwer zugänglichen Stellen konzipiert sind.
Einen umfassenden Vergleich verschiedener Drohnenmodelle findest du in unserer Drohnen-Kaufberatung.
📌 Beispiel: In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine typische Dachinspektion eines Einfamilienhauses mit einer DJI Mavic 4 Pro in etwa 20 bis 40 Minuten durchgeführt werden kann, inklusive Aufbau und kurzer Flugvorbereitung. Für ein größeres Objekt mit Wärmebildaufnahmen sollte man mit einer DJI Matrice 4T etwa zwei bis drei Stunden einplanen.
Zusammenfassung
- Drohneninspektionen sind schneller, sicherer und kostengünstiger als herkömmliche Methoden mit Gerüsten oder Hebebühnen.
- Der Pilot bleibt am Boden – Absturzrisiken bei der Inspektion entfallen vollständig.
- Eigentümer haben in Deutschland und Österreich gesetzliche Pflichten zur regelmäßigen Gebäudeinspektion. Drohnen machen die Einhaltung einfacher und wirtschaftlicher.
- Thermografie per Drohne erkennt Wärmebrücken, Feuchtigkeitsschäden und defekte PV-Module, die mit dem bloßen Auge unsichtbar bleiben.
- Die Wahl eines erfahrenen, qualifizierten Drohnenpiloten mit geeignetem Equipment ist entscheidend für den Erfolg der Inspektion.
- Rechtliche Aspekte wie EU-Drohnenverordnung, Genehmigungen, Versicherung und Privatsphäre müssen vor dem Einsatz geklärt sein.
Häufige Fragen zur Drohneninspektion an Fassaden und Dächern
Das hängt vom Standort ab. In vielen Fällen ist eine Drohneninspektion in der Open-Kategorie ohne Sondergenehmigung möglich. Liegt das Objekt jedoch in einer Flugbeschränkungszone (z. B. in der Nähe eines Flughafens), ist eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Ein professioneller Drohnenpilot prüft das vorab.
Eine jährliche Sichtprüfung wird empfohlen, insbesondere nach starken Stürmen, Hagel oder nach dem Winter. Bei älteren Gebäuden oder bekannten Schwachstellen sind kürzere Intervalle sinnvoll.
Eine einfache Drohneninspektion beginnt bei etwa 150 bis 300 Euro für ein Einfamilienhaus. Ein Gerüst für dasselbe Gebäude kostet schnell 1.000 Euro und mehr, zuzüglich Auf- und Abbauzeit. Bei größeren Objekten ist der Kostenunterschied noch deutlicher.
Grundsätzlich ja, solange die Kameraqualität ausreicht. Für professionelle Inspektionen mit Detailanforderungen oder Wärmebildaufnahmen sollte jedoch auf geeignete Modelle zurückgegriffen werden. Eine einfache Mini-Drohne ohne Zoom eignet sich nicht für die Erkennung kleiner Risse in großer Höhe.
Du suchst einen Drohnenpiloten für deine Fassaden- oder Dachinspektion? Durchsuche das skyzr Pilotenverzeichnis, schreibe einen Auftrag über flightstack aus oder nutze den E2E-Drohnenservice für ein Rundum-sorglos-Paket.
Du bist Drohnenpilot und möchtest Inspektionsaufträge erhalten? Erstelle dein Profil im skyzr Pilotenverzeichnis, um für Auftraggeber sichtbar zu werden und über die Auftragsvermittlung passende Projekte zu erhalten.


Ich denke, bei mir auf dem Grundstück würde ich mein Dach mit einer Drohne unter 250g selbst inspizieren! – Der Nachbar hat bestimmt nichts dagegen sondern fragt mich, ob ich’s nicht bei ihm auch gleich mal machen kann!
Hallo Felix,
wenn man eine Drohne besitzt und in einer Gegend wohnt, in der problemlos geflogen werden kann, dann ist das natürlich eine Option. 🙂
Über solche Nachbarn wie du sie hast würden sich viele sicher auch freuen 😛
Viele Grüße und guten Flug
Dimitri