Jedes Jahr im Mai und Juni verstecken Rehkitze sich im hohen Gras – genau dann, wenn die Mahd ansteht. Eine Drohne mit Wärmebildkamera ist dabei das zuverlässigste Werkzeug, um sie rechtzeitig zu finden.
Kurz gesagt: Für eine erfolgreiche Rehkitzsuche mit Drohne brauchst du eine Wärmebildkamera, das richtige Team, einen frühen Einsatzzeitpunkt und eine systematische Flugplanung. Dazu kommen die passenden rechtlichen Grundlagen – seit Ende 2024 gibt es dafür eine erleichternde Sonderregelung in Deutschland.
Tipp 1: Das richtige Team zusammenstellen
Rehkitzrettung ist Teamarbeit. Als Drohnenpilot arbeitest du eng mit dem zuständigen Landwirt und dem Jagdpächter zusammen – ihre Beteiligung ist nicht optional, sondern obligatorisch. Sie kennen das Gelände, das Verhalten der Tiere und können dir sagen, welche Bereiche besonders relevant sind.
Plane neben dir als Piloten mindestens zwei weitere Personen ein, die direkt vor Ort sind. Sobald ein Kitz lokalisiert ist, muss es sofort gesichert werden – sonst ist der Flugaufwand umsonst. Mit einem eingespielten Bodenteam läuft der Einsatz deutlich schneller und effizienter.
Tipp 2: Den richtigen Zeitpunkt wählen
Der optimale Startzeitpunkt ist kurz nach Sonnenaufgang – im Mai und Juni also oft schon gegen 4 oder 5 Uhr morgens. Zu dieser Tageszeit ist der Kontrast zwischen der kühlen Umgebungstemperatur und der Körperwärme der Kitze am größten. Das macht sie auf dem Wärmebild deutlich leichter erkennbar.
Das Wetter spielt ebenfalls eine Rolle: Es muss für den Drohnenflug tauglich sein und gleichzeitig zur geplanten Mahd passen. Rechne damit, dass du die endgültige Entscheidung für den Einsatz erst am Vorabend treffen kannst.
Tipp 3: Die richtige Drohne und Technik einsetzen
Ohne Wärmebildkamera ist eine zuverlässige Rehkitzsuche aus der Luft kaum möglich. Im hohen Gras sind die kleinen Tiere mit einer RGB-Kamera praktisch nicht zu erkennen – die Wärmebildkamera ist hier kein Nice-to-have, sondern der entscheidende Faktor.
Plane außerdem ausreichend Akkus ein. Je nach Feldgröße kann die Flugzeit erheblich sein. Den Einsatz wegen eines leeren Akkus mittendrin abbrechen zu müssen, ist ärgerlich – und im schlimmsten Fall gefährlich für die Tiere.
Tipp 4: Den Flug systematisch planen
Lege die Flugroute vor dem Einsatz fest – idealerweise bereits am Vorabend. Markiere das Suchgebiet auf Luftbildkarten und plane ein systematisches Raster-Muster, das sicherstellt, dass keine Bereiche ausgelassen werden. Fliege langsam und aufmerksam; wer einfach drauflosfliegt, übersieht schnell einzelne Stellen.
Nutze, wo möglich, eine Software zur Missionsplanung und lass die Drohne (teil-)automatisiert fliegen. So kannst du dich besser auf das Live-Bild konzentrieren und Kitze zuverlässiger erkennen.
Tipp 5: Die Rechtslage kennen
Seit dem 20. November 2024 gibt es in Deutschland eine Allgemeinverfügung, die Drohnenflüge zur Wildtierrettung über landwirtschaftlich genutzten Flächen ausdrücklich erleichtert. Konkret bedeutet das: Drohnen zwischen 250 g und 25 kg dürfen beim Betrieb in der offenen Kategorie A3 vom üblichen Mindestabstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe- oder Erholungsgebieten abweichen – vorausgesetzt, der seitliche Abstand bleibt stets größer als 10 Meter und größer als die aktuelle Flughöhe.
Prüfe vor jedem Einsatz, ob in deinem konkreten Gebiet zusätzliche Einschränkungen gelten. Welche Regeln grundsätzlich für Drohnenflüge in deiner Region gelten und welche Genehmigungen du möglicherweise brauchst, erfährst du in unserem Ratgeber EU Drohnenverordnung – Der komplette Überblick.
Du fliegst regelmäßig Rehkitzeinsätze? Auf skyzr kannst du deine Flüge im Logbuch dokumentieren und dich als Drohnenpilot im Verzeichnis listen lassen – damit Landwirte und Jagdpächter dich gezielt für künftige Einsätze finden.
