Du willst in Österreich mit deiner Drohne starten und fragst dich, ob du dafür eine eigene Versicherung brauchst? Die Antwort ist ja, und ohne sie kommst du nicht einmal durch die Registrierung. Hier erfährst du, welche Kriterien deine Drohnenversicherung erfüllen muss, was sich durch eine aktuelle Gesetzesänderung ändert und welche Anbieter sich für österreichische Drohnenpiloten eignen.
Das musst du wissen
- Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist in Österreich Pflicht, sie ist Voraussetzung für deine Betreiberregistrierung bei der Austro Control.
- Deine Versicherung muss eine Mindestdeckung von 750.000 Sonderziehungsrechten (SZR) bieten und ausdrücklich auf das Luftfahrtgesetz Bezug nehmen.
- Ab dem 1. September 2026 kannst du für mehrere Drohnen alternativ eine pauschale Haftpflichtversicherung abschließen, statt jede Drohne einzeln zu versichern.
- Wir stellen dir passende Anbieter vor, darunter unsere Empfehlung DMO und die bei vielen Piloten beliebte Versicherung von AIR&more.
Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die in Österreich privat oder gewerblich mit der Drohne fliegen wollen, unabhängig von deinem Erfahrungslevel.
Brauchst du in Österreich eine Drohnenversicherung?
Ja. Wer in Österreich fliegen möchte, muss dafür eine Drohnen-Haftpflichtversicherung abschließen. Diese Pflicht ist Teil der EU-Drohnenverordnung, die für Österreich über das nationale Luftfahrtgesetz konkretisiert wird, und ergibt sich direkt aus der Registrierungspflicht. Diese erklären wir dir in unserem Ratgeber zur Drohnenregistrierung in Österreich ausführlich: Ohne eine gültige Drohnen-Haftpflichtversicherung akzeptiert die Austro Control deine Registrierung als Betreiber nicht.
Eine handelsübliche private Haftpflichtversicherung reicht dafür in der Regel nicht aus. Die Austro Control knüpft die Registrierung an bestimmte Kriterien, die private Policen meist nicht erfüllen. Deshalb brauchst du eine eigenständige Drohnenversicherung, bevor du deine Registrierung abschließen kannst.
Fliegst du zusätzlich in Deutschland, gilt dort eine vergleichbare Versicherungspflicht mit eigenen Anforderungen. Die Details dazu findest du in unserem Ratgeber zur Drohnenversicherung in Deutschland.
Diese Kriterien muss deine Drohnenversicherung erfüllen
Die Austro Control gibt als zentrale Registrierungsstelle klare Anforderungen an die Versicherung vor.
Bezug auf das Luftfahrtgesetz
Deine Versicherung muss ausdrücklich bestätigen, dass sie den Anforderungen des Luftfahrtgesetzes entspricht. Achte bei der Auswahl darauf, dass dieser Bezug explizit in den Versicherungsunterlagen steht, eine allgemeine Haftpflichtversicherung ohne diesen Hinweis wird nicht anerkannt.
Mindestdeckungssumme von 750.000 SZR
Die Deckungssumme muss mindestens 750.000 Sonderziehungsrechte (SZR) betragen. SZR sind eine Rechnungseinheit des Internationalen Währungsfonds, die auch im internationalen Luftfahrtrecht verwendet wird. Auch diese Angabe muss direkt aus deinen Versicherungsunterlagen hervorgehen.
Gerätebezogene Angaben zu deiner Drohne
Deine Versicherung muss Informationen zur versicherten Drohne enthalten. Im Luftfahrtgesetz heißt es dazu, dass der Betreiber dafür verantwortlich ist, dass jedes von ihm betriebene unbemannte Luftfahrzeug ordnungsgemäß versichert ist. Beim Abschluss deiner Versicherung solltest du deshalb Angaben zu deiner Drohne machen können, meist zu Hersteller, Modell und Seriennummer.
Neu ab 1. September 2026: Der Nationalrat hat im Juli 2026 eine Novelle des Luftfahrtgesetzes beschlossen, die dir mehr Flexibilität gibt. Fliegst du mehrere Drohnen der offenen oder der speziellen Kategorie, oder bist du in einer Modellflugvereinigung aktiv, kannst du künftig statt einer Versicherung pro Drohne eine pauschale Haftpflichtversicherung für alle deine Drohnen abschließen. An deiner grundsätzlichen Haftung ändert sich dadurch nichts, du gewinnst lediglich Wahlfreiheit bei der Versicherungsform.
💡 Tipp: Fliegst du mehrere Drohnen, lohnt sich ab September 2026 ein Vergleich zwischen Einzel- und Pauschalversicherung. Frag deinen Versicherer aktiv danach, viele Anbieter haben ihre Tarife zum Stichtag noch nicht automatisch umgestellt.
Privat oder gewerblich fliegen
Prüfe außerdem, ob deine Versicherung nur private oder auch kommerzielle Drohnenflüge abdeckt. Je nachdem, ob du nur zum Spaß fliegst oder deine Drohne gewerblich nutzt, unterscheiden sich Leistungsumfang und Preis der Versicherung teils deutlich.
⚠️ Fehler vermeiden: Verlass dich nicht auf die mündliche Zusage eines Versicherungsberaters, dass deine private Haftpflichtversicherung „die Drohne schon mitversichert“. Ohne die vier genannten Kriterien schriftlich in der Police wird die Austro Control deine Registrierung ablehnen.
Was passiert ohne gültige Drohnenversicherung?
Fliegst du ohne die vorgeschriebene Versicherung, drohen dir zwei Probleme gleichzeitig. Zum einen kommt deine Registrierung als Betreiber bei der Austro Control gar nicht erst zustande, ohne gültige Registrierung darfst du in Österreich keine Drohne betreiben. Zum anderen haftest du im Schadensfall in voller Höhe selbst, etwa wenn deine Drohne abstürzt und ein Auto, ein Gebäude oder eine Person beschädigt. Gerade bei Personenschäden können solche Summen schnell existenzbedrohend werden.
Kontrollen durch Behörden sind in Österreich möglich, insbesondere bei Vorfällen oder auffälligem Verhalten. Kannst du dann keine gültige Versicherungsbestätigung vorweisen, drohen zusätzlich zum Haftungsrisiko empfindliche Verwaltungsstrafen.
Passende Drohnenversicherungen für Österreich
Hier findest du eine Auflistung geeigneter Drohnenversicherungen für österreichische Drohnenpiloten. Die Liste wird laufend erweitert und aktualisiert.
Unsere Empfehlung: DMO
| DMO | UAV mit Kamera Tarif |
|---|---|
| Preis | 168€/Jahr |
| Selbstbeteiligung | 0€ |
| Deckungssumme | 3 Mio € |
| Laufzeit | kA |
| Anzahl Drohnen | unbegrenzt (bis 25kg, optional bis 150 kg erweiterbar) |
| Anzahl Mitversicherter | 1 |
| Geltungsbereich | weltweit (außer in Kriegs- und Embargoländern, USA nur auf gesonderte Anfrage) |
| Gewerbliche Flüge inbegriffen? | Ja |
| Besonderheiten | Auch (genehmigte) BVLOS Flüge sind enthalten. Ebenfalls enthalten sind auch gemietete oder geliehene Drohnen. Für den gewerblichen Tarif gibt es weitere Optionen mit einer höheren Anzahl an Drohnenpiloten oder variablen Deckungssumme. |
| Weitere Informationen und Angebot | Alle Infos zur gewerblichen Versicherung von DMO* |
Weitere Option: AIR&more
Eine bei vielen Mitgliedern unserer Community genutzte Versicherung ist die Drohnenversicherung von AIR&more.
📌 Beispiel: Ein Drohnenpilot mit zwei Consumer-Drohnen für private Aufnahmen wählt bei AIR&more meist den privaten Tarif ab 1 Mio. Euro Deckung, ein gewerblicher Immobilienfotograf entscheidet sich dagegen häufig für die 10-Mio.-Variante, um auch bei größeren Projekten abgesichert zu sein.
Leistungen im Überblick:
- Echte Luftfahrt-Haftpflichtversicherung gemäß Luftfahrtgesetz
- Deckung für die Erstellung von Film- und Fotoaufnahmen
- Gefährdungshaftung gemäß Pflichtversicherungsgesetz inklusive
- Flüge durch andere Piloten sind explizit mitversichert
- Polizzennummer für deine Registrierung per E-Mail
- Deckung über 750.000 SZR für die Austro Control
- Österreichisches Versicherungsrecht und Gerichtsstand in Österreich
- Service und Support telefonisch in Österreich erreichbar
- Wechselservice mit Sofortschutz bei Vertragswechsel
- Deckung bei Wettbewerben
- Summe für Personen- und Sachschäden bis 10 Mio. Euro wählbar
- Internationale SZR-Versicherungsbestätigung auf Englisch
- Reine Vermögens- und Ausfallschäden bis 1 Mio. Euro
Kosten: Private Tarife starten bei 58,83 Euro pro Jahr ab einer Versicherungssumme von 1 Mio. Euro und reichen bis 177,60 Euro pro Jahr bei 10 Mio. Euro. Kommerzielle Tarife beginnen bei 94,91 Euro pro Jahr bei 1 Mio. Euro Versicherungssumme und gehen bis 321,90 Euro pro Jahr bei 10 Mio. Euro.
Weitere Details findest du direkt auf der Informationsseite von AIR&more.
Häufige Fragen zur Drohnenversicherung in Österreich
In der Regel nicht. Private Haftpflichtversicherungen erfüllen meist nicht die vier Kriterien, die die Austro Control verlangt, insbesondere den ausdrücklichen Bezug zum Luftfahrtgesetz und die Mindestdeckung von 750.000 SZR.
SZR steht für Sonderziehungsrechte, eine Rechnungseinheit des Internationalen Währungsfonds. Sie wird international im Luftfahrtrecht genutzt, weil sie unabhängig von Wechselkursschwankungen einzelner Währungen ist.
Bis zum 31. August 2026 ja. Ab dem 1. September 2026 kannst du für Drohnen der offenen und der speziellen Kategorie sowie beim Betrieb in Modellflugvereinigungen alternativ eine pauschale Haftpflichtversicherung für alle deine Drohnen abschließen.
Das hängt vom gewählten Tarif ab. Prüfe vor Vertragsabschluss ausdrücklich, ob dein Tarif private und kommerzielle Nutzung abdeckt, viele Versicherer unterscheiden hier mit unterschiedlichen Preisen und Leistungen.
Zusammenfassung
- Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist in Österreich Pflicht und Voraussetzung für deine Registrierung bei der Austro Control.
- Deine Versicherung muss auf das Luftfahrtgesetz Bezug nehmen, mindestens 750.000 SZR Deckung bieten und Angaben zu deiner Drohne enthalten.
- Ab 1. September 2026 kannst du bei mehreren Drohnen zwischen Einzel- und Pauschalversicherung wählen.
- Achte darauf, ob dein Tarif private und gewerbliche Nutzung abdeckt, das beeinflusst Preis und Leistungsumfang spürbar.
- Mit DMO und AIR&more stehen dir zwei etablierte Anbieter zur Auswahl, die die Anforderungen der Austro Control erfüllen.
Wenn du als Pilot in Österreich startklar bist, findest du in unserem Leitfaden zur Drohnenregistrierung die nächsten Schritte für deine Anmeldung bei der Austro Control.
Hast du noch Fragen zum Thema Drohnenversicherung in Österreich oder eigene Erfahrungen mit einem der Anbieter? Schreib uns einen Kommentar unter diesem Beitrag, wir beantworten deine Fragen gerne.
