Guten Drohnenpiloten erkennen: Worauf du als Auftraggeber achten solltest

Dimitri
Von Dimitri - Plattform & Content Manager
11 Min. Lesezeit
Bild von Mark Eviota auf Pixabay

Du planst einen Drohneneinsatz für dein Unternehmen – Luftaufnahmen für eine Immobilie, eine Dachinspektion oder Vermessungsarbeiten. Doch wie findest du den richtigen Piloten für deinen Auftrag? Woran erkennst du, ob jemand professionell arbeitet oder nur ein Hobbyist mit Kamera ist?

Die gute Nachricht: Es gibt klare Kriterien, anhand derer du einen qualifizierten Drohnenpiloten erkennen kannst. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, worauf du achten solltest.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Referenzen und Portfolio zeigen, was ein Pilot kann – frag nach Arbeitsproben aus deinem Anwendungsbereich
  • EU-Drohnenführerschein und Registrierung sind gesetzlich vorgeschrieben – lass dir die Nachweise zeigen
  • Haftpflichtversicherung ist Pflicht – ohne gültigen Nachweis solltest du keinen Auftrag vergeben
  • Professionelle Kommunikation erkennst du daran, dass der Pilot proaktiv über Genehmigungen, Risiken und Ablauf informiert
  • Passendes Equipment für deinen Einsatzzweck ist entscheidend – nicht jede Drohne eignet sich für jeden Auftrag

Referenzen und Portfolio prüfen

Der einfachste Einstieg: Schau dir an, was der Drohnenpilot bisher gemacht hat. Welche Projekte hat er umgesetzt? Wie sehen die Ergebnisse aus?

Die meisten professionellen Piloten haben eine eigene Website oder ein Online-Portfolio, auf dem sie ihre Arbeiten präsentieren. Achte dabei besonders auf Projekte, die deinem Vorhaben ähneln. Wer regelmäßig Immobilienaufnahmen macht, ist für diese Aufgabe wahrscheinlich besser geeignet als jemand, der bisher nur Hochzeitsvideos gedreht hat.

Konkret nachfragen lohnt sich: Bitte um Referenzen aus deiner Branche oder deinem Anwendungsfall. Ein erfahrener Pilot kann in der Regel mehrere relevante Beispiele nennen und erklärt auch, welche Herausforderungen es bei ähnlichen Projekten gab.

💡 Tipp: Frag den Piloten nach seinem digitalen Fluglogbuch. Professionelle Piloten dokumentieren jeden Einsatz systematisch – mit Missionsdetails, Wetterbedingungen und Ergebnissen. Plattformen wie skyzr bieten diese Funktion. Ein gepflegtes Fluglogbuch ist ein gutes Zeichen für strukturiertes Arbeiten.

EU-Drohnenführerschein und Nachweise

Seit 2021 gilt die EU-Drohnenverordnung in allen EU-Ländern. Sie schreibt vor, welche Qualifikationen ein Drohnenpilot nachweisen muss. Ein professioneller Pilot sollte diese Nachweise vorzeigen können.

Die zwei EU-Drohnenführerscheine

EU-Kompetenznachweis (A1/A3) – der „kleine Drohnenführerschein“:

  • Online-Schulung und Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA)
  • 40 Multiple-Choice-Fragen, mindestens 75 % müssen richtig sein
  • Berechtigt zum Fliegen in den Unterkategorien A1 und A3
  • Gültig für 5 Jahre

EU-Fernpilotenzeugnis (A2) – der „große Drohnenführerschein“:

  • Voraussetzung: EU-Kompetenznachweis muss vorhanden sein
  • Theoretische Prüfung bei einer vom LBA anerkannten Prüfstelle
  • Praktisches Selbsttraining mit Selbsterklärung
  • Berechtigt zum Fliegen näher an Menschen (Unterkategorie A2)
  • Gültig für 5 Jahre

Welcher Führerschein benötigt wird, hängt von der Drohnenklasse (C0 bis C4) und dem geplanten Einsatz ab. Für professionelle Aufträge in besiedelten Gebieten ist oft das EU-Fernpilotenzeugnis A2 erforderlich.

Registrierung beim LBA (e-ID)

Jeder Drohnenbetreiber muss sich beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren – unabhängig davon, ob privat oder gewerblich geflogen wird. Nach der Registrierung erhält er eine e-ID (elektronische Identifikation), die gut sichtbar auf jeder Drohne angebracht sein muss.

Frag den Piloten nach seiner e-ID. Ein professioneller Pilot zeigt dir diese ohne Zögern.

Betriebskategorie kennen

Die EU-Drohnenverordnung unterscheidet drei Betriebskategorien:

  • Open (Offen): Standardflüge mit geringem Risiko, keine Genehmigung erforderlich
  • Specific (Speziell): Flüge mit erhöhtem Risiko, z. B. außerhalb der Sichtweite oder über Industrieanlagen – hier ist eine Betriebsgenehmigung nötig
  • Certified (Zertifiziert): Hochrisiko-Einsätze wie Personentransport

Für anspruchsvolle gewerbliche Einsätze wie Inspektionen in der Nähe von Flughäfen oder Industrieanlagen operieren Piloten oft in der Specific-Kategorie. Dafür benötigen sie eine Betriebsgenehmigung, die auf einer Risikoanalyse (SORA) basiert. Wenn dein Projekt in diese Kategorie fällt, sollte der Pilot entsprechende Erfahrung nachweisen können.

⚠️ Häufiger Fehler: Nur auf den Preis achten. Günstige Angebote ohne Führerschein-Nachweise, gültige Versicherung oder professionelle Kommunikation können teuer werden – im schlimmsten Fall haftest du als Auftraggeber mit. Qualität hat seinen Preis.

Haftpflichtversicherung – absolute Pflicht

Eine Haftpflichtversicherung für Drohnen ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben – für jeden Flug, egal ob privat oder gewerblich. Das ist im Luftverkehrsgesetz (§ 43 LuftVG) geregelt.

Als Auftraggeber solltest du dir vor Auftragsvergabe einen aktuellen Versicherungsnachweis zeigen lassen. Achte auf:

  • Gültigkeitsdatum: Die Versicherung muss zum Zeitpunkt des Einsatzes aktiv sein
  • Deckungssumme: Für gewerbliche Einsätze sind Deckungssummen von mindestens 1 Million Euro üblich
  • Gewerbliche Nutzung: Private Haftpflichtversicherungen decken gewerbliche Einsätze oft nicht ab – der Pilot braucht eine spezielle Drohnenhaftpflicht oder Betriebshaftpflicht

Ohne gültigen Versicherungsnachweis solltest du keinen Auftrag vergeben. Bei einem Unfall haftet im Zweifelsfall der Halter der Drohne – und als Auftraggeber kannst du unter Umständen in die Haftung genommen werden, wenn du wissentlich einen unversicherten Piloten beauftragt hast.

Professionelle Kommunikation

An der Kommunikation erkennst du schnell, ob jemand professionell arbeitet. Ein guter Drohnenpilot informiert dich proaktiv über:

  • Mögliche Flugbeschränkungen im Einsatzgebiet (Kontrollzonen, Naturschutzgebiete, Flughafennähe)
  • Notwendige Genehmigungen und wer diese einholt
  • Den geplanten Ablauf des Einsatzes
  • Risiken und wie diese minimiert werden
  • Fristen, die für Genehmigungen einzuhalten sind

Der Pilot sollte auch Fragen stellen: Was genau soll aufgenommen werden? Welche Qualität wird benötigt? Gibt es zeitliche Einschränkungen? Wer ist vor Ort Ansprechpartner?

Briefing vor dem Einsatz

Vor jedem professionellen Drohneneinsatz sollte ein Briefing stattfinden. Dabei erklärt der Pilot den genauen Ablauf, informiert über Sicherheitsmaßnahmen und klärt letzte Fragen. Auch während des Einsatzes – wenn du vor Ort bist – sollte der Pilot ruhig und sicher auftreten und dich über jeden Schritt informieren.

Wenn ein Pilot auf Fragen zu Genehmigungen oder Sicherheit ausweichend reagiert, ist Vorsicht geboten.

Passendes Equipment

Professionelles Equipment gehört zur Grundausstattung eines ernsthaften Drohnenpiloten. Dabei geht es nicht um die teuerste Drohne, sondern um das passende Gerät für deinen Einsatzzweck.

Einige Orientierungspunkte:

  • Für Foto- und Videoaufnahmen sind Drohnen mit hochwertigen Kameras und Gimbals wichtig (z. B. DJI Mavic 4, Air 3S)
  • Für Inspektionen werden oft Drohnen mit Zoom-Kameras oder Wärmebildkameras eingesetzt (z. B. DJI Mavic 3 Enterprise, Matrice-Serie)
  • Für Vermessungen sind RTK-fähige Drohnen oder spezielle Mapping-Drohnen sinnvoll

Ein Pilot, der mit einer einfachen Consumer-Drohne eine komplexe Industrieinspektion durchführen will, sollte kritisch hinterfragt werden.

Neben der Drohne selbst können auch einige optionale Dinge zum professionellen Equipment dazugehören:

  • Ersatzakkus für längere Einsätze
  • Landepad für saubere Starts und Landungen
  • Windmessgerät zur Beurteilung der Flugbedingungen
  • Warnweste zur Erkennbarkeit am Einsatzort

Flugvorbereitung und Dokumentation

Eine gründliche Flugvorbereitung unterscheidet Profis von Amateuren. Vor jedem Einsatz sollte ein professioneller Pilot:

  • Das Wetter prüfen (Wind, Niederschlag, Sichtweite)
  • Das Fluggebiet analysieren (Luftraum, Geo-Zonen, Hindernisse)
  • Alle Genehmigungen eingeholt haben
  • Die Drohne auf Funktionsfähigkeit geprüft haben (Propeller, Sensoren, Akku)
  • Einen Versicherungsnachweis dabei haben

Je nach Einsatzgebiet kann auch eine Anzeige bei der Polizei oder Luftfahrtbehörde erforderlich sein. Ein professioneller Pilot weiß, wann das nötig ist, und kümmert sich darum.

Dokumentation nach dem Einsatz

Professionelle Piloten dokumentieren jeden Einsatz. Das dient der eigenen Qualitätssicherung, ist aber auch für dich als Auftraggeber wertvoll – etwa wenn du später Nachweise für Behörden oder Versicherungen brauchst.

Eine gute Dokumentation umfasst:

  • Datum, Uhrzeit und Ort des Einsatzes
  • Wetterbedingungen
  • Durchgeführte Flüge mit Dauer und Route
  • Besondere Vorkommnisse
  • Erstellte Aufnahmen oder Daten

Fachliche Fähigkeiten einschätzen

Die fachlichen Fähigkeiten lassen sich teilweise aus Referenzen und Nachweisen ableiten. Zusätzlich kannst du gezielt nachfragen:

Kann der Pilot auch ohne GPS fliegen? GPS-Signale können gestört sein oder ausfallen – etwa in der Nähe von Gebäuden oder Sendemasten. Ein erfahrener Pilot behält auch im manuellen Modus (ATTI-Modus) die Kontrolle über seine Drohne.

Wie geht der Pilot mit Notfällen um? Was passiert bei plötzlichem Signalverlust? Bei unerwartetem Wind? Ein Profi hat für diese Situationen einen Plan.

Kennt der Pilot die aktuellen Regelungen? Die EU-Drohnenverordnung und nationale Regelungen ändern sich. Ein professioneller Pilot bildet sich regelmäßig weiter und kennt die aktuellen Anforderungen.

Zusammenfassung: Deine Checkliste für die Pilotensuche

  • Referenzen prüfen: Portfolio ansehen, nach Projekten aus deiner Branche fragen
  • EU-Drohnenführerschein: EU-Kompetenznachweis (A1/A3) oder EU-Fernpilotenzeugnis (A2) vorhanden?
  • Registrierung: e-ID beim LBA vorhanden und auf der Drohne angebracht?
  • Versicherung: Aktueller Nachweis einer Drohnen-Haftpflichtversicherung für gewerbliche Nutzung?
  • Kommunikation: Informiert der Pilot proaktiv über Genehmigungen, Ablauf und Risiken?
  • Equipment: Passt die Ausrüstung zum geplanten Einsatz?
  • Dokumentation: Führt der Pilot ein Fluglogbuch?

Professionelle Drohnenpiloten finden

Du möchtest nicht selbst lange suchen? Im skyzr-Netzwerk findest du Drohnenpiloten aus ganz Deutschland und Österreich – mit Referenzen, Qualifikationen und direkter Kontaktmöglichkeit. Du erkennst auf einen Blick geprüfte und zertifizierte Piloten.

Wenn du als Auftraggeber regelmäßig Drohnendienstleistungen benötigst, kannst du über skyzr auch direkt Aufträge einstellen und passende Piloten für dein Projekt finden.

Weiterführende Informationen

Mehr zum Thema Drohnenrecht und professionelles Fliegen findest du in unseren Ratgebern:

Offizielle Informationen zu den Regelungen rund um Drohnen findest du beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA).

Hast du weitere Tipps, worauf man bei der Suche nach einem Drohnenpiloten achten sollte? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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Mein Name ist Dimitri Wolf, ich arbeite als Plattform- und Content-Manager bei skyzr und beschäftige mich seit 2016 mit Drohnen. Mit meinen Beiträgen möchte ich dir helfen, die teils komplexen Themen rund um Drohnen besser zu verstehen und dein Wissen und Können zu erweitern, damit du es praktisch anwenden kannst.
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