Was genau ist GPS?

Dimitri
Von Dimitri - Plattform & Content Manager
7 Min. Lesezeit
Quelle - Pixabay - GPS erobert die Welt von oben.

Du hast den Begriff GPS sicher schon oft gehört – im Auto, auf dem Smartphone oder im Zusammenhang mit Drohnen. Doch was steckt eigentlich dahinter?

In diesem Artikel erfährst du was GPS ist, wie GPS funktioniert, wie genau GPS heute ist und wo GPS eingesetzt wird – und warum dieses Wissen besonders für Drohnenpiloten, Unternehmen und technikaffine Anwender in der Praxis eine entscheidende Rolle spielt. Zusätzlich ordnen wir GPS im Kontext moderner Satellitennavigation ein und zeigen, welche Rolle Korrekturdienste und alternative Systeme spielen.

Was ist GPS?

GPS steht für Global Positioning System und ist ein satellitenbasiertes Navigationssystem zur weltweiten Bestimmung von Position, Geschwindigkeit und Zeit. Entwickelt wurde GPS ab den 1970er-Jahren vom US-Verteidigungsministerium. Die offizielle Systembezeichnung lautet NAVSTAR GPS.

Ursprünglich war GPS ausschließlich für militärische Zwecke vorgesehen – etwa zur Navigation von Schiffen, Flugzeugen und Waffensystemen. Seit den 1980er-Jahren ist das System auch für zivile Anwendungen freigegeben und hat sich zum weltweiten Standard der Satellitennavigation entwickelt.

👉 Übersetzt ins Deutsche bedeutet GPS: Globales Positionsbestimmungssystem.

Heute ist GPS aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und bildet die technologische Grundlage für zahlreiche Anwendungen:

  • Navigation im Straßen-, Schiffs- und Flugverkehr
  • Standortdienste auf Smartphones und Wearables
  • Zeit- und Synchronisationssysteme (z. B. Mobilfunk, Stromnetze)
  • Vermessung, Bauwesen und Präzisionslandwirtschaft
  • Navigation, Steuerung und Sicherheit von Drohnen

GPS und andere Satellitennavigationssysteme (GNSS)

In der Praxis reicht ein einzelnes Satellitensystem oft nicht aus, um jederzeit eine zuverlässige und genaue Positionsbestimmung zu gewährleisten – etwa in urbanen Gebieten, bei Abschattungen oder bei sicherheitskritischen Anwendungen. Deshalb kombinieren moderne Geräte mehrere Systeme parallel, um Redundanz, Genauigkeit und Verfügbarkeit zu erhöhen.

Streng genommen ist GPS nicht das einzige Satellitennavigationssystem. Es ist Teil eines übergeordneten Konzepts namens GNSS (Global Navigation Satellite System).

Zu den wichtigsten globalen GNSS zählen:

  • GPS (USA)
  • GLONASS (Russland)
  • Galileo (Europäische Union)
  • BeiDou (China)

Moderne Endgeräte – etwa Smartphones, professionelle GNSS-Empfänger oder Drohnen – nutzen in der Regel mehrere dieser Systeme gleichzeitig. Dadurch verbessern sich Genauigkeit, Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit erheblich.

Wie funktioniert GPS?

Ein GPS-System besteht aus vier zentralen Komponenten:

  1. Satelliten im Erdorbit
  2. Bodenstationen (Kontrollsegment)
  3. Korrektur- und Augmentationssysteme
  4. GPS- bzw. GNSS-Empfänger des Nutzers

Satelliten und Signallaufzeit

Das GPS-System nutzt derzeit rund 31 aktive Satelliten, die sich auf mittleren Erdumlaufbahnen in etwa 20.200 Kilometern Höhe befinden. Jeder Satellit umkreist die Erde etwa zweimal pro siderischem Tag (23 Stunden und 56 Minuten).

Die Satelliten senden kontinuierlich Funksignale, die folgende Informationen enthalten:

  • die exakte Position des Satelliten
  • eine hochpräzise Zeitinformation

Ein GPS-Empfänger misst die Laufzeit dieser Signale vom Satelliten bis zum Endgerät. Aus der Laufzeit wird die Entfernung zum jeweiligen Satelliten berechnet.

Positionsbestimmung durch Trilateration

Vereinfacht gesagt bestimmt GPS den Standort, indem es die Entfernungen zu mehreren Satelliten miteinander vergleicht und daraus die eigene Position berechnet.

Für eine eindeutige Positionsbestimmung werden mindestens vier Satelliten benötigt:

  • Drei Satelliten, um die räumliche Position zu bestimmen
  • Ein weiterer Satellit, um die interne Uhr des Empfängers zu korrigieren

Mathematisch ergibt sich der Standort aus dem Schnittpunkt mehrerer Kugeloberflächen, die durch die gemessenen Entfernungen definiert werden.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Satelliten gleichzeitig empfangen werden, desto genauer und stabiler ist die Positionsbestimmung.

Zeitmessung und Atomuhren

Da sich Funksignale mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, führen bereits extrem kleine Zeitabweichungen zu großen Positionsfehlern:

  • 1 Nanosekunde Zeitfehler entspricht etwa 30 Zentimetern Positionsabweichung

Aus diesem Grund sind alle GPS-Satelliten mit hochpräzisen Atomuhren ausgestattet. Diese dienen dazu, die vergleichsweise ungenauen Quarzuhren in den Empfängern kontinuierlich zu synchronisieren.

Wie genau ist GPS heute?

Die Genauigkeit von GPS hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert:

  • Bis 2000: etwa 100 Meter (künstliche Ungenauigkeit durch „Selective Availability“)
  • Seit 2000: rund 5–10 Meter im zivilen Standardbetrieb

Höhere Genauigkeit durch Korrektursignale

Für viele Anwendungen stehen zusätzliche Verfahren zur Verfügung, die die Positionsgenauigkeit weiter erhöhen:

  • SBAS (z. B. EGNOS, WAAS): etwa 1–3 Meter
  • DGPS: circa 0,5–5 Meter
  • RTK-GNSS: Genauigkeiten im Zentimeterbereich (z. B. Vermessung, Drohnen-Mapping)

Typische Fehlerquellen bei GPS

Trotz moderner Satellitentechnik, präziser Atomuhren und leistungsfähiger Empfänger ist GPS nicht vollkommen fehlerfrei. Verschiedene physikalische, technische und geometrische Einflüsse können die Positionsbestimmung verfälschen. Genau aus diesem Grund spielen Korrekturdienste und Mehrsystem-Empfänger eine zentrale Rolle für zuverlässige und genaue GPS-Daten.

Satellitenbedingte Fehler

  • Bahndatenfehler (Ephemeriden): ca. 5–10 Meter
  • Satellitengeometrie (DOP-Werte): ca. 5–10 Meter
  • Relativistische Effekte: beeinflussen die Ganggenauigkeit der Atomuhren

Eine ungünstige räumliche Verteilung der Satelliten – etwa wenn sie alle in einer Himmelsrichtung stehen – kann die Positionsgenauigkeit deutlich verschlechtern.

Atmosphärische Einflüsse

  • Die Ionosphäre und Troposphäre verändern die Signallaufzeit
  • Positionsabweichungen von über 100 Metern sind möglich

Korrekturdienste wie EGNOS kompensieren diese Effekte größtenteils automatisch.

Empfängerbedingte Fehler

  • Ungenaue Zeitmessung
  • Mehrwegeffekte durch Signalreflexionen an Gebäuden oder Gelände

Moderne Mehrfrequenz- und Multi-GNSS-Empfänger reduzieren diese Fehler erheblich.

Transformationsfehler

Bei der Umrechnung von GPS-Koordinaten in andere Koordinaten- oder Kartensysteme (z. B. UTM oder nationale Bezugssysteme) können größere Abweichungen entstehen – insbesondere bei falschen Referenzsystemen oder älteren Karten.

Korrekturdienste und Augmentationssysteme (SBAS & RTK)

Zur Verbesserung der GPS-Genauigkeit existieren verschiedene satellitengestützte Korrektursysteme:

  • EGNOS (Europa)
  • WAAS (USA)
  • MSAS (Japan)
  • GAGAN (Indien)

Diese Systeme senden zusätzliche Korrekturdaten über geostationäre Satelliten und werden von nahezu allen modernen GNSS-Empfängern automatisch genutzt.

Für professionelle Anwendungen – etwa in der Vermessung oder im Drohnenbereich – kommen zusätzlich RTK- und NTRIP-Dienste zum Einsatz.

Einsatz von GPS bei Drohnen

GPS ist ein zentrales Element moderner Drohnentechnologie und ermöglicht unter anderem:

  • stabile Positionshaltung (GPS-Hold)
  • automatische Rückkehr zum Startpunkt (Return to Home)
  • präzise Wegpunkt- und Missionsflüge
  • Mapping, Vermessung und Photogrammetrie
  • Geofencing- und Sicherheitsfunktionen

Je nach Einsatzgebiet wird GPS häufig mit GLONASS, Galileo und RTK-Systemen kombiniert, um maximale Präzision und Sicherheit zu erreichen.

Fazit: Warum GPS heute unverzichtbar ist

GPS bildet das Rückgrat moderner Navigation und Ortung. Durch die Kombination mehrerer Satellitensysteme, leistungsfähiger Korrekturdienste und moderner Empfängertechnik ist GPS heute hochpräzise, zuverlässig und weltweit verfügbar – sowohl für den Alltag als auch für professionelle Anwendungen wie Drohnenflüge, Vermessung oder industrielle Prozesse.

War dieser Beitrag hilfreich?

Vielen Dank für dein Feedback!
TAGGED:
Diesen Artikel teilen
Plattform & Content Manager
Folgen:
Dimitri ist Gründer von DeinDrohnenpilot.de und seit 2021 als Plattform und Content Manager bei skyzr tätig. Das Thema Drohnen fesselt ihn bereits seit 2016. Wenn er nicht gerade mit der Drohne unterwegs ist kümmert er sich neben der Planung und Ausarbeitung neuer Konzepte für die Plattform auch um das Schreiben und Erstellen der Inhalte. Darüber hinaus ist er auch für die technische Umsetzung und Wartung zuständig. Dafür helfen ihm seine abgeschlossene Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration sowie sein Bachelor in Medieninformatik.
Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

10% Gutschein für deine skyzr Mitgliedschaft 🎁
NEwsletter
Melde dich kostenlos für unseren Newsletter an und erhalte als Dankeschön einen 10% Gutschein für deine Mitgliedschaft als Drohnenpilot auf skyzr.